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Albert
Schweitzer, sein Leben

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Albert Schweitzer, evangelischer Theologe und Prediger,
Musikwissenschaftler und Bachinterpret, Kulturphilosoph und
Schriftsteller, schließlich Doktor der Medizin, gilt als eine der
bedeutendsten Persönlichkeiten in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts.
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Albert Schweitzer wird am 14. Januar 1875 in Kaysersberg /
Oberelsaß als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren; seine
Kindheit und Jugend verbringt er in Günsbach, wohin seine Eltern
im selben Jahr übersiedeln. Nach Schulbesuch und Abitur beginnt
er 1893 das Studium der Theologie und Philosophie in Straßburg,
studiert anschließend in Paris und Berlin und promoviert zum Dr.
phil.
und Dr. theol.
Zu Pfingsten 1896 entschließt er sich, nach seinem 30. Lebensjahr
einen dienenden Beruf zu ergreifen. Als ihm 1904 ein Aufruf
über die Not der Kongomission zu Ohren kommt, entscheidet er
über die Richtung seines künftigen Berufs. Er beschließt,
Urwaldarzt zu werden und studiert Medizin, verfasst daneben
musikwissenschaftliche Schriften, u.a. über Johann Sebastian
Bach, und schließt eine bedeutende theologische Arbeit,
"Geschichte der Leben - Jesu - Forschung", ab.
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1913 fährt der frischgebackene Arzt mit seiner Frau Helene zum
ersten Mal nach Afrika und trifft am 16. April in Lambarene im
afrikanischen Staat Gabun ein, der für über ein halbes
Jahrhundert der Ort seines medizinischen und seelsorgerlichen
Lebens sein wird. Bei zahlreichen Europaaufenthalten hält er
Vorträge, gibt Orgelkonzerte, nimmt zahlreiche Ehrungen entgegen
- 1951 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, 1953 den
Friedensnobelpreis - und sammelt Gelder für den Auf- und Ausbau
seines Urwaldkrankenhauses und eines Lepradorfes.
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Am 9. Dezember 1959 verlässt Schweitzer ein letztes Mal Europa in
Richtung Gabun und verbringt die restlichen Jahre seines Lebens -
nach wie vor tätig - bei seinen Patienten und Mitarbeitern in
Lambarene, wo der "grand docteur" einige Monate nach der
Feier seines 90. Geburtstages am 24. September 1965 stirbt. Kurz
zuvor hatte er noch eine kritische Ausgabe von J.S. Bachs "Präludien
und Fuge für Orgel" abgeschlossen.
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Die ärztliche Tätigkeit in Gabun bildete den Mittelpunkt
von Albert Schweitzers Wirken. Er legte in Lambarene nicht einfach
europäische Erfahrungen bei der Betreuung kranker Menschen im
Hospital zugrunde, sondern glich die Gestaltung des
Klinikaufenthalts den Bedürfnissen der afrikanischen Menschen an,
was unter anderem bedeutete, dass er die Familienangehörigen zur
Betreuung der Kranken mit in die Klinik aufnahm.
Unzähligen Kranken hat Albert Schweitzer zusammen mit seiner
Frau, seiner Tochter Rhena und seinen Mitarbeitern geholfen.
Albert Schweitzer war aber nicht nur Urwaldarzt in seinem
afrikanischen Wirkungskreis. Er setzte auch seine musikwissenschaftlichen
Studien fort und betätigte sich weiterhin als Theologe
und Schriftsteller. Die Größe Schweitzers aber liegt
nicht zuletzt in seinem großen ethischen Engagement und
seinen zahlreichen Aufrufen für die Erhaltung des Friedens auf
der Welt. In vielen Reden und Appellen wandte er sich schon in den
fünfziger Jahren gegen die atomare Aufrüstung und beschwor die
Welt, diese Waffen abzuschaffen, damit verhindert werde, dass die
Menschheit durch eine weltweite Katastrophe sich selbst zerstöre.
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"Ehrfurcht vor dem Leben" war das Motto, unter das er
sein Leben stellte und das sein Denken und Handeln bestimmte. Er
hat sich damit eingereiht in den Kreis jener Großen der
Menschheitsgeschichte, die wegen ihres beispielgebenden Wirkens,
in dem Reden und Handeln eine großartige Einheit bilden, gerade
heute Jugendlichen und Erwachsenen vor Augen gestellt werden
sollten.
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