Gemeindenachricht

„Waldbronn ist strategisch ein fast perfekter Standort“


„Waldbronn ist strategisch ein fast perfekter Standort“


Die Acura-Klinik plant auf dem rund 3600 Quadratmeter großen Gelände zwischen Klinik (Bergstraße) und dem ehemaligen Haus des Kurgastes (Sebastian-Kneipp-Straße) ein dreiteiliges winkelförmiges Gebäude. Die Verwaltung mit Bürgermeister Franz Masino unterstützt dieses Vorhaben. Der Gemeinderat stimmte Ende September der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans zu. Anwohner kritisierten auf einer Bürgerversammlung die Höhe des Gebäudes und wiesen auf das verstärkte Verkehrsaufkommen hin.
In dem neuen Gebäude sollen neben behinderten- und barrierefreie Wohnungen der gehobenen Klasse, ein Boardinghaus, Ladengeschäfte und Praxen für gesundheitliche Anbieter entstehen.
Die stärkste Kritik von Seiten der Anwohner bezieht sich laut Harald Irion vom Rechtsamt auf das geplante Penthouse und damit auf die Höhe des Gebäudes.
In einer Pressekonferenz konnte jetzt Dr. Bernd Metzler, Geschäftsführer der Acura Kliniken seine Beweggründe für die Pläne darstellen. Projektentwickler Joachim Hinder stellte das Vorhaben vor.
Bürgermeister Franz Masino sprach vorweg von der Wichtigkeit des Projektes für die Zukunft der Klinik im Hinblick auf die eigene Standortsicherung und die Sicherung der Arbeitsplätze und damit auch für die Gemeinde Waldbronn. Gerade „die Achse Thermalbad, Kurhaus, Klinik sorgt für ein belebtes Kurgebiet“, so der Bürgermeister, „sowohl die Fachklinik als auch das Thermalbad profitieren voneinander“.
 
Erlöse fließen wieder in die Klinik

Dr. Bernd Metzler sprach von der Notwendigkeit der Investitionen im Hinblick auf den Wandel, den die Kur im Laufe der vergangenen 40 Jahre durchlaufen hat. „Der Kurgedanke wie früher verschwindet“, so der Geschäftsführer. Heute zählt das erweiterte medizinische Angebot von der Prävention und Anschlussheilbehandlung bis hin zur gesundheitlichen Betreuung von älteren Menschen. In dieser Hinsicht sei Waldbronn mit seiner Nähe zu Karlsruhe und seinen vielen wohlhabenden Bürger ein „medizinisch und strategisch fast perfekter Standort“. Er sicherte zu, dass die Erlöse aus dem Projekt „zu 100 Prozent wieder in die Klinik fließen“. Dort schwebe ihm in vielerlei Hinsicht eine Sanierung vor: Die Patientenzimmer sollen vergrößert werden und die Zahl von 230 auf 200 reduziert werden, die sanitären Anlagen werden erneuert. Zwei neue Blockheizkraftwerke würden gebaut, der ambulante Bereich verstärkt werden.
 
„Sinnvolle Bebauung mit den Bürgern“
Für Projektentwickler Joachim Hinder ist der Standort Waldbronn ebenfalls nahezu perfekt: „Gutes Publikum, hohe Kaufkraft, die Nähe zu Karlsruhe und auch zur Natur“, sind Faktoren, die für eine Investition sprechen. Gerade die behinderten- und barrierefreien Wohnungen mit dem Serviceangeboten der Klinik (Beispiel Notdienst) machen das Projekt sehr interessant. „Ältere Bürger können die Angebote der Klinik annehmen, müssen es aber nicht.“ Erneut auf die Höhe des Gebäudes angesprochen – mit Penthouse 17 Meter, ohne 13 Meter – wies Jochen Hinder darauf hin, dass sie gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer eine „sinnvolle Bebauung mit den Bürgern“ wollen, obwohl das Projekt aus architektonischer Sicht ohne Penthouse etwas an „Strahlkraft“ verliere.
Alle Anregungen seitens der Bürger würden nun von den Architekten und den Projektentwicklern geprüft und dem Gemeinderat bis Ende Februar vorgelegt, erläuterte Harald Irion das weitere Vorgehen. Dann gilt es für den Gemeinderat, zwischen den Interessen der Anwohner und des Grundstückseigentümers abzuwägen und eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Entscheidung zu treffen.
Nicolas Schruff von der IHK Karlsruhe betonte ebenfalls wie wichtig eine solche Investition für den Standort der Klinik und die Gemeinde Waldbronn sei.

Das zu bebauende Grundstück neben der Acura Klinik.


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