Gemeindenachricht

Aus dem Gemeinderat


„Hohes Einsparpotenzial in Etzenrot“

Für einen Teilbereich in Etzenrot wurde in dem vergangenen Jahr ein Quartierkonzept für energetische Sanierungsmaßnahmen und für eine dezentrale Energieversorgung erstellt.
Die Ergebnisse dieser Erhebungen stellte jetzt Birgit Schwegle von der Umwelt- und Energieagentur Karlsruhe dem Beirat für Umwelt und Agenda 21 in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr vor.
Hinter dem Begriff zeozweifrei steht das Konzept des Landkreises, seine CO2-Emissionsausschstoß in den kommenden Jahren erheblich zu senken. Die Klimaschutzmaßnahmen sollen über Schulprojekte, einem Grob-Check der Gebäude und Bürgerberatung erreicht werden.
Das Quartier im Ortsteil Etzenrot umfasst 259 Ein- und Mehrfamilienhäuser, sowie die Waldschule, die allerdings außerhalb des Quartiers liegt. 209 Gebäude wurden zwischen 1970 und 1980 gebaut und 46 Prozent werden elektrisch beheizt, 30 Prozent mit Gas.
In den vergangenen Monaten haben Birgit Schwegle und ihre Mitarbeiter alle Gebäude von außen besichtigt und über 50 Prozent der Eigentümer interviewt, eine Ist-analyse gemacht, befragt, ausgewertet, Einsparpotenziale ermittelt und über 60 Beratungen bezüglich möglicher Sanierungsmaßnahmen und Investitionen durchgeführt. Jeder Bürger hat für sein Gebäude eine sog. Thermografieaktion (Außenbild des Hauses mit Energieverlust) erhalten.
Birgit Schwegle gab Bürgermeister Franz Masino Recht, der von einer gewissen „Ernüchterung“ sprach. Es sei nicht einfach die Gebäudesanierung voranzubringen, man müsse bei diesem Konzept auch mit „Hemmnissen umgehen können“. Eigentümer seien eher bereit zu sanieren, wenn „eh etwa am Haus gemacht werden müsse“. Landesweit sprach Birgit Schwegle von einem Prozent Sanierungswilligen, Ziel seien drei Prozent.
Wichtig bei einer Sanierung sei immer eine „ganzheitliche Betrachtung“, die dann auch von der KfW-Bank gefördert werden. Es zähle eine saubere Durchführung auch im Detail. Beispielsweise sei davon auszugehen, dass ein Dach 35 bis 40 Jahre hält, eine Heizung etwa 12 Jahre, dann gäbe es oft schon keine Ersatzteile mehr. Grundsätzlich eigne sich das Gebiet sehr gut für energetische Sanierungen und erneuerbare Energien, die Bürger seien offen bei den Beratungen gewesen, Einsparungen seien bis zu 50 Prozent möglich. Die Eigentümer eines Mehrfamilienhauses denken sogar über die Anschaffung eines Blockheizkraftwerkes nach. Jetzt wird noch ein sogenannter „Typologiekatalog“ mit verschiedenen Sanierungsvarianten entwickelt und veröffentlich.
Das Projekt „Quartier Etzenrot“ ist damit abgeschlossen. Eine weitere Umsetzung könne durch sog. Sanierungsmanager erfolgen, der zu 65 Prozent von der KfW gefördert wird. Es gäbe auch weiterhin viele kleine Maßnahmen, so Birgit Schwegle abschließend, um weiterhin die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren.
 
23 Robinien entlang der Talstraße müssen gefällt werden

Baumfällarbeiten müssen entlang der ganzen Talstraße erfolgen. Auch in Richtung Festhalle.

Entlang der Talstraße müssen in den kommenden Tagen 23 Robinien gefällt werden, die u.a. von der sogenannten Stockfäule befallen sind. Isa Weinerth vom Umweltamt informierte die Ausschussmitglieder über die notwendigen Maßnahmen. Bei den zu fällenden Bäumen wäre eine Pflege nicht mehr sinnvoll, da diese schon zu stark von verschiedenen Krankheiten wie eben Stockfäule oder Wurzelschwamm befallen sind oder auch durch starke Risse am Stamm sowie  Rindenablösung keinen Halt mehr haben. Es bestünde dann, so Isa Weinerth, eine starke Bruchgefahr und damit eine mögliche Gefährdung der Bevölkerung.
Dieser Einschätzung folgte auch der neue Leiter der Gärtnerei, Samuel Schöpfle, der mit deutlichen Worten auf die Dringlichkeit („seit 10, 20 Jahren ist hier nichts gemacht worden“) aufmerksam machte, ansonsten „erfüllen wir unsere Verkehrssicherungspflicht nicht“. Daher müssen die Fällungen schnell angegangen werden. Auch in Bezug auf das Totholz in der Talstraße, aber auch im gesamten Waldbronner Gebiet müsse schnell etwas geschehen. In die Zukunft geblickt, stünden ebenfalls viele Bäume viel zu dicht.
Walter Vogel sprach davon, dass gerade auch in den Neubaugebieten unbedingt bei der Jungbaumpflege etwas getan werden müsse.
 
Immer weniger Streuobstwiesen

Die "mobile Saftpresse" im vergangenen Jahr war nicht nur bei den Schulklassen ein voller Erfolg.

Die vom OGV Reichenbach organisierte Aktion der „mobilen Saftpresse“ im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg, so Isa Weinerth. Mit Unterstützung der Gemeindegärtnerei konnten über 750 Liter Saft an die beteiligten Schulklassen und Kindergärten abgegeben werden. Insgesamt wurden mehr als 2000 l gepresst. Ein Problem seien allerdings die immer weniger werdenden Streuobstbäume, die von den Bürgern zur Verfügung gestellt werden. Das liegt auch daran, dass viele Besitzer der Streuobstwiesen mit der Pflege altersbedingt überfordert und diese damit nicht mehr leisten können.
Doch Streuobstwiesen sind ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft einer Gemeinde und prägen sein Bild. Konsens herrschte im Ausschuss darüber, mehr auf den öffentlichen Wert von Streuobstwiesen aufmerksam zu machen und auch Aktionen für die Besitzer anzubieten, wie Baumschnittkurse oder auch Pflanzaktionen. Die Bewirtschaftung einer Streuobstwiese müsse auch eine entsprechende Wertschätzung erfahren.
Auf die Streuobstbörse, bei der gekennzeichnete Bäume, abgeerntet werden dürfen, muss ebenfalls verstärkter hingewiesen und damit für die Bürger bekannter werden.
 
Kurparksee weiter erhalten

Der Kurparksee bleibt natürlich erhalten. Lediglich die kleine Zunge Richtung Kneippbecken soll verlandet werden.

Dass der Kurparksee in seiner Form weiter erhalten werden muss, steht für Bürgermeister Franz Masino und die meisten Ausschussmitglieder fest. Dennoch tauchen bei der „Bewirtschaftung und Erhaltung“ des Sees immer wieder Probleme auf. Da das in den 70iger Jahren angelegte künstliche Gewässer keinen Zu- und Ablauf hat und darüber hinaus sehr flach ist, leidet er unter einer starken Veralgung. So wurde der See im vergangenen Jahr wieder entschlammt, Algen und weitere Wasserpflanzen entfernt.  
In diesem Jahr muss die Zahl der Sonnenbarsche eingedämmt und der Schilfgürtel weiter zurückgeschnitten werden.
Bürgermeister Franz Masino schlug vor, einen kleinen Teil des Sees, die Zunge Richtung Kneippbecken, verlanden zu lassen. Dort ist das Schilf im Sommer immer sehr hoch.
Angelika Purreiter könnte sich eine „langsame Verlandung“ des ganzen Sees im Hinblick auf die Kosten durchaus vorstellen. Dagegen sprach sich Walter Vogel aus, für den ist der See einer der „schönsten Ecken“ Waldbronn. Den unterirdischen Hetzelbach durch den See zu leiten und damit für eine bessere Durchlüftung zu sorgen, wie Beate Meier-Vogel vorschlug,  ist wasserrechtlich nicht möglich, so Isa Weinerth.
Damit wird es bei der kleinen Verlandungsfläche bleiben.

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