Gemeindenachricht

„Wir fällen keine Bäume aus Jux und Tollerei“


Baumfällarbeiten entlang der Talstraße. Problem ist hier das viele Totholz und die starke Baumdichte.


„Wir fällen keine Bäume aus Jux und Tollerei“

 
Ein kleiner Rundgang durch Waldbronn zeigt es: Viele unserer Bäumen stellen, egal ob sie im Kurpark, an Spielplätzen oder an Straßen stehen, eine große Gefahr für die Sicherheit dar. Deswegen werden auch zur Zeit viele Bäume im innerörtlichen Gemeindegebiet gefällt.
Samuel Schöpfle ist der neue Leiter der Gemeindegärtnerei und erklärt, warum die Gemeinde momentan so aktiv ist. „Wir müssen unserer Verkehrssicherungspflicht ohne Wenn und Aber nachkommen. In den vergangenen Jahren ist die Baumpflege vernachlässigt worden, so dass wir jetzt dringend handeln müssen."  Zur Verdeutlichung: Ein fingerdicker Ast aus 10 Meter Höhe kann einen Menschen erschlagen.

Am Busenbacher Friedhof. Hier ragen die Zweige weit in die Straße herein.

Natürlich hat Samuel Schöpfle Verständnis für den Unmut vieler Bürger. Oft sehe man es den Bäumen nicht an, dass sie krank seien. Viele Bäume schlagen auch weiterhin aus und werden grün. Das bedeute aber eben nicht, dass sie gesund seien. In Waldbronn leiden viele Bäume unter sehr starkem Pilzbefall. Zu erkennen an sogenannten Fruchtkörpern, die außen am Stamm zu austreten. Doch das Hauptproblem bei Pilzbefall liegt nicht außen, sondern innen im Stamm. Sieht man erst einen Fruchtkorb, ist der Stamm schon komplett innen befallen.

Ein vom Pilz befallener Stamm. Deutlich zu sehen die austretenden Fruchtkörper.

Wie beispielsweise bei den Mammutbäumen im Kurpark. Von diesen alten Riesen mussten drei gefällt werden, da sie komplett vom Pilz befallen waren. Der Stamm ist so weich, dass man mit dem Arm hineinfahren kann. Die Gefahr ist zu groß, dass sie bei einem Sturm hätten umfallen können. „Bäume, die vom Pilz befallen sind, haben keinerlei Standsicherheit mehr“, so Samuel Schöpfle.

Stamm eines gefällten Mammutbaumes im Kurpark. Innen komplett vom Pilz zersetzt.

Ein weiteres Problem ist das viele Totholz. Beispielsweise bei den großen Bäumen am Kurparkparkplatz. Überall liegen Äste herum und nicht nur kleine, sondern teilweise armdick. Alles Totholz, das bei Wind herunterfällt. Hier hängen die Äste auch viel zu tief. Ebenso die Bäume am Kurparkspielplatz. Komplett vom Pilz befallen. Sie stellen, da sie kaum mehr Standsicherheit haben, eine große Gefahr dar und werden ebenfalls gefällt.

Heruntergefallene Zweige im Kurpark. Teilweise armdicke Äste liegen hier herum.

Hinzu kommt die Verkehrssicherheit in den Straßen: Laut Straßenverkehrsordnung müssen 4,50 Meter sogenanntes Lichtraumprofil eingehalten werden. Busse und Lastwagen touchieren an vielen Stellen die Äste oder verletzen die Bäume derart, dass Äste herunterfallen können.
Ein weiteres Beispiel ist die Talstraße. Nicht nur dass die Bäume krank sind oder sehr viel Totholz aufweisen. Teilweise sind auf 10 Metern fünf Bäume gepflanzt. Viel zu dicht, laut Fachmann. Denn was passiert in ein paar Jahren, wenn die Bäume weiter gewachsen sind. Sie werden sich gegenseitig behindern und wegdrücken. Viele Bäume haben sich am Stamm zu sog. Zwiesel verzweigt und drücken sich ebenfalls gegenseitig auseinander.

Verzweigte Stämme eines Baumes in der Talstraße, die sich gegenseitig wegdrücken.

Fazit: Es ist Dringlichkeit angesagt, denn an erster Stelle muss die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger stehen.
Denn: „Wir fällen keine Bäume aus Jux und Tollerei“, sagt Bürgermeister Franz Masino. „In den vergangenen Jahren ist die Baumpflege leider sehr vernachlässigt worden, so dass jetzt etwas geschehen muss“.

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