Gemeindenachricht

Die Machtübernahme oder der Kampf um den Rathausschlüssel


Die Waldbronner Narren hatten sich vor dem Rathaus zusammengerottet.

Die Machtübernahme oder der Kampf um den Rathausschlüssel


Sie kamen von links, sie kamen von rechts: Hexen und sonstige Narren stürmten mit schrägen Klängen und Guggenmusik auf das Rathaus zu. Dort übernahm sogleich Sitzungspräsident Manfred Hübscher vom MV Lyra Reichenbach das Kommando: Er schickte die Waldbronner Hexen ins Rathaus, den Chef zu holen.

Die Waldbronner Hexen zerren den Schultes vor das Rathaus.

Schultes Franz Masino hatte keine Chance. Als „Denkender“ in Anlehnung an den Rathausorden kostümiert, zerrten die Hexen ihn vor den Sitzungspräsidenten, den Rathausschlüssel noch fest in den Händen. Hier wartete er auf seine Sünden, die ihm auch prompt und ohne Gnade vorgehalten wurden: „Wir stehen nun hier wie jedes Jahr und geben Dir gute Ratschläge, das ist klar.“ Vieles stand bei den Narren auf dem Prüfstand, „die Verkehrsinsel in Etzenrot ist doch nicht wahr, ist ein guter Fastnachtscherz dies Jahr“. 
Doch der Sünden nicht genug, zwar seien die Zeiten der Schwarzen ist Waldbronn „a bissle vorbei“, doch muss es gleich ein grünes Amtsblatt sein!“
Und dass es in Waldbronn und im Kurpark immer heller wird, liege wahrscheinlich daran, dass der Bauhof einen neuen Satz Kettensägen bekommen habe, und „im Accord und immer schneller säge“. Warnende Worte vom Sitzungspräsident, „wird ein Baum angeblich zur Last, mancher sägt dann schnell an seinem eigenen Ast“!

Der Schultes ließ sich nicht unterkriegen und hielt kräftig dagegen. Er blickte gut gelaunt auf ein ereignisreiches Jahr zurück: Viel gereist sei er in die Partnerstädte, die „hebbe bsucht, do hebe des Johr koin extra Urlaub gebucht“. In Etzenrot „oh Gott des ging kräftig in d`Hos“  sorgte die Querungshilfe beim Hirsch für Ärger,  „dafür hen se an Christbaum – der isch wunderschee, den lasse se jetzt, mitsamt de Kerze, glei fürs nächste Johr steh“.  Der Baum bleibt stehn, andere kommen weg, so ist das halt, betonte der Verwaltungschef in Anlehnung an die zur Zeit für Unmut sorgenden Baumfällarbeiten,  „des Gschrei, des isch ja riesengroß. Die Bäum sind weg, was isch blos los!“ Viele Spezialisten würden sich jetzt melden und alles besser wissen. Der Schultes gab zu, er sei auch erschrocken gewesen, „des geb ich zu,  aber lasst mol zwei Johr rumgehe, dann isch alles wieder grün – und Ruh“!
Und natürlich kam er auch auf die Anlaufschwierigkeiten beim neuen, etwas grüneren Amtsblatt zu sprechen, „do hat ma wohl schwer gerunge“.  Gespannt blicke man auf das neue Leitbild, denn „des isch net oifach un wird von vielerlei Interesse geleitet“, drum ziere es auch den Faschingsorden in diesem Jahr.  

Nach einigem Gerangel konnte Sitzungspräsident Manfred Hübscher den Rathausschlüssel in seinen Besitz nehmen.

Dann endlich nach einigem Hin und Her wechselte der Rathausschlüssel seinen Besitzer, die Concordia Gaudi-Gugge sorgte noch für einige fetzige und schräge Klänge, dann endlich zogen die Narren ins Rathaus ein. Hier wechselten sich die Lyra Fetzer und die Marching Band vom Musikverein Etzenrot ab und unterhielten die Narren bis in die Abendstunden. Es wurde geschunkelt, gesungen und gelacht. Der entmachtete Rathauschef und seine Frau Michaela verteilten an das närrische Volk noch über 200 Rathausorden, die von der Firma Taller mit dem Motiv „Große Köpfe rauchen für Waldbronn“ gefertigt worden waren.

Nach der Machtübernahme zog die Narrenscharr ins Rathaus. Bürgermeister Franz Masino verteilte noch die Rathausorden.

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