Gemeindenachricht

Aus dem Beirat für Umwelt und Agenda 21


Euopean Energy Award: Weitere Maßnahmen geplant
Im sich ständig weiter entwickelnden European Energie Award (EEA) Prozess ist Waldbronn sehr gut aufgestellt. Dieses Zeugnis stellte Birgit Schwegle von der Umwelt- und Energieagentur Karlsruhe der Gemeinde im jüngsten Umweltbeirat aus. Anfang des Jahres konnte Waldbronn die Auszeichnung zur EEA-Gemeinde entgegennehmen (wir berichteten mehrfach).
Darüber hinaus sollen allen Kommunen im Landkreis die sogenannte Agenda 2030 unterzeichnen, so Schwegle. Die Agenda 2030 setzt sich nicht nur für eine Co2-Reduzierung, sondern auch für Nachhaltigkeitsziele, soziale Gerechtigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen ein.
Instrumente vor Ort, um die kommunale Klimaschutzstrategie umzusetzen, ist der EEA-Prozess. Alle vier Jahre findet eine erneute Zertifizierung statt. In diesem Zeitraum sei Platz für Optimierungen und Verbesserungen. Schwegle hofft hierbei auch auf eine Vernetzung innerhalb der Kommunen. 
Vieles sei bereits erreicht worden, wie das Quartierskonzept, die Thermografieaktionen oder die kommunale Energiezentrale. Eingeteilt in sechs Handlungsfelder (Raumordnung, Kommunale Gebäude, Versorgung- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation) formulierte Schwegle aber auch weitere Maßnahmen. Beispielsweise birgt das geplante Nahwärmenetz im Baugebiet Rück II großes Potential. Ebenfalls denkbar wäre ein Wärmeverbund im Bereich Albtherme. Weitere geplanten Maßnahmen sind Beratungen zu Energie und Klimaschutz für private Bauherren. Bei Investorengrundstücken gerade mit Blick auf Rück II setzt Schwegle ebenfalls auf Gespräche und Beratungen. Hier gäbe es immer ein „Spannungsfeld“ zwischen bezahlbaren Wohnungsbau und nachhaltigen Materialien, die naturgemäß nicht billig seien. Dennoch sei es denkbar einen Leitfaden für nachhaltige Materialien zu erstellen.
 
Regenwasser intelligent nutzen
Jürgen Hemberger vom Technischen Amt stellte dem Gremium die Idee der „intelligenten“ Regenwassernutzung“ vor. Hintergrund ist, dass im Baugebiet Rück II zwei Regenrückhaltebecken entstehen. Doch warum soll das Regenwasser, insbesondere im Hinblick der immer trockener werdenden Sommer, nicht gesammelt, der Regenabfluss gesteuert und das Wasser genutzt werden? Gemeinsam mit dem Forschungszentrum Karlsruhe (FIZ) will das Technische Amt nun dieses Projekt realisieren. Dabei spielt die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ eine wichtige Rolle, denn die Regelung soll über Wetterdaten und Gebietsdaten gesteuert werden. Eine mögliche Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit steht im Raum. Die Entscheidung fällt dieser Tage, so Jürgen Hemberger. Aber auch ohne Förderung sei die Kommune und das FIZ an der Umsetzung des gemeinschaftlichen Projekts interessiert. Das gesamte Gremium äußerte sich lobend über das geplante Projekt. Bürgermeisterstellvertreter Joachim Lauterbach sprach von „Leuchtturmcharakter“, da Waldbronn wohl bisher die einzige Kommune sei, die an einem solchen Projekt arbeitet.
 
Gebäudeenergieausweise für öffentliche Gebäude
Für die öffentlichen Gebäude der Gemeinde (Schule, Kindergärten, Kurhaus, Rathaus etc.) sollen Gebäudeenergieausweise ausgestellt werden. Das Gremium empfiehlt daher einstimmig, entsprechende Mittel in den Haushalt einzustellen.  Der Vorschlag entstammt dem Maßnahmenpaket „Vorrang für den Klimaschutz“ von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Laut Energiesparverordnung gilt die Pflicht für Gebäude ab 250 Quadratmeter Nutzfläche Energieausweise auszustellen und an einer für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Stelle auszuhängen, erläuterte Cora Strack vom Technischen Amt. Das Gremium entschied sich für die kostengünstigere Variante des „Verbrauchsausweises“.
 
Naturdenkmale in Waldbronn
Abschließend gab Cora Stack einen Überblick über die Naturdenkmale in Waldbronn. Diese können flächenhaft sein, wie etwa die Käppliswiesen oder Einzelgebilde wie Bäume, die oft in besonderem Maße stark das Ortsbild prägen, ökologisch wertvoll sind oder eine besondere Form haben.  Naturdenkmale sind beispielsweise die Esskastanie in der Ettlinger Straße, die Linde in der Waldstraße, die Rosskastanie an der Kirche Busenbach oder die Solitäreichen an der Ecke Berg-/Talstraße.
Bilder von einigen Naturdenkmalen sind unter www.waldbronn.de/de/Gemeinde/Energie-Umwelt-neu/Natur-und-Artenschutz/Naturdenkmale anzuschauen.
 
Sonstiges
Bürgermeisterstellvertreter Joachim Lauterbach lud zur Fairtrade-Zertifizierungsfeier am 24.Oktober um 18 Uhr ins Rathaus ein. Er kündigte zudem an, dass die Gemeinde 2020 an der kommunalen Kampagne „Stadtradeln“ teilnehmen wird.
Ferner gab er bekannt, das 895 Kröten, 70 Feuersalamander und 14 Braunfrösche durch den neuen Amphibienzaun und das Einsammeln der Tiere durch viele fleißige Helfer gerettet werden konnten.
 
 
 

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