Gemeindenachricht

Habitatpflege im Naturdenkmal Käppliswiesen


Habitatpflege Käppliswiesen:
Ziel ist eine Feuchtwiese mit heimischen Kräutern – Bechsteinfledermaus soll gefördert werden

 
In den kommenden Monaten startet als Ausgleichsmaßnahme für das neue Baugebiet Rück II eine von Revierleiter Josef Mayer angeleitete Habitatpflege im flächenhaften Naturdenkmal Käppliswiesen im Ortsteil Etzenrot.  
Das Naturdenkmal hat eine Größe von etwa 3,5 ha und liegt im FFH-Gebiet „Albtal mit Seitentälern“. Es besteht aus 1,4 ha Orchideenwiesen (Vorkommen des Breitblättriges Knabenkraut) und 2,1 ha ca. 30- jährigen Wald. Die geplante Habitatpflege erfolgt ausschließlich auf der Waldfläche, erläutert Mayer.

Im Naturdenkmal Käppliswiesen sind verschiedene Ausgleichsmaßnahmen geplant.         Eine geplante Freifläche soll erhalten bleiben.
 

Die Waldfläche teilt sich in eine „Eichentypfläche“ (Traubeneiche 50%, Buche 20%, Linde 10%, Kirsche 10%, Ahorn 10%) und eine „Erlentypfläche“ (Erle 50%, Esche 30%, Aspe 20%).
Die im „Erlentyp“ vollständig abgestorbenen Eschen werden aus naturschutzfachlicher Sicht und aus Gründen der Verkehrssicherheit entnommen. Da diese Fläche ein hohes Gefahrenpotential darstellt erfolgt die Aufarbeitung vollmechanisiert im Sommer, falls es die Witterung und die Bodenverhältnisse zulassen. Die Eichenfläche hingegen wird motormanuell im Winter durchforstet.
Die entstehende Freifläche im Waldinnern wird bewusst nicht wieder aufgeforstet, sondern als im Waldinnern liegende Feuchtwiese gestaltet, erklärt der Revierleiter die Planungen.
Die derzeit vorkommenden Brennnesseln und das Indische Springkraut sollen als Folge jährlich wiederkehrender Mahd durch heimische Kräuter ersetzt werden.
Die entstehenden Waldinnenränder tragen durch geschwungene, stufige Übergänge zur ökologischen Aufwertung der Käppliswiesen bei.
Die Bestandsstrukturen sind auch der Lebensraum der Bechsteinfledermaus. Um deren Ansiedelung zu fördern werden 15 wartungsfreie Fledermauskästen an den verbleibenden Randbäumen angebracht.
Die im Bereich der entstehenden Waldwiese ehemals vorkommenden Feuchtbiotopbereiche sind mittlerweile verlandet. Ob die Wiederherstellung dieser Biotope beim durch den Klimawandel zunehmenden Niederschlagsdefizit noch sinnvoll ist wird derzeit überprüft.
 
Alle Maßnahme wurde mit der Gemeindeverwaltung, der unteren Naturschutzbehörde und Vertretern des BUND sowie der Jägerschaft abgestimmt.
 

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