Gemeindenachricht

„Sie haben Waldbronn und Umgebung ein Stück weit menschlicher gemacht“


Bei der Ehrung (v.l.): Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Sohn Dr. Harald Lossau, Lieselotte Lossau und Tochter Martina Wild. Im Hintergrund Bürgermeister Franz Masino. Bild: Gemeinde Waldbronn
 
Ein besonderer Tag für eine besondere Frau: Lieselotte Lossau erhielt aus der Hand von Landrat Dr. Christoph Schnaudigel das Bundesverdienstkreuz. Eine Ehrung, die sie für ihren herausragenden, ehrenamtlichen Einsatz für die Hospizbewegung in der Region bekommen hat.
Die Feier fand coronabedingt nur im kleinen Rahmen in den Räumlichkeiten der Firma Polytec statt. Dazu eingeladen hatte Geschäftsführer Alfred Link. Die Firma Polytec wurde 1967 von Heinz G. Lossau gegründet.  Die Laudatio und die Ehrung nahm Landrat Dr. Christoph Schnaudigel im Namen des Bundespräsidenten vor.

Lieselotte Lossau

Seit Anfang 2001 hat Lieselotte Lossau gemeinsam mit ihrem Mann das stationäre Hospiz Sonnenlicht in Karlsbad unterstützt. Es wurde von dem kleinen Hospizverein Karlsbad-Waldbronn „Förderverein für Sterbebegleitung“ betreut und benötigte dringend Hilfe. Hildegard Betsche und Wilfried Ludwigs, beides Vereinsmitglieder, gründeten schließlich zusammen mit Familie Lossau als Hauptstifter im Dezember 2001 die Hospiz-Stiftung Karlsbad-Waldbronn. Lieselotte Lossau wurde in den Vorstand gewählt; ab 2009 als Vorstandsvorsitzende. „Ohne Sie wäre die Stiftung nicht das, was sie heute ist", sagte Landrat Dr.Schnaudigel. Denn durch beharrliches Werben, persönliche Ansprachen und eine breite Öffentlichkeit, sei die Hospizarbeit auf verlässliche, finanzielle Beine gestellt worden; erkennbar an dem stetig steigenden Stiftungskapital. 2019, so Dr. Schnaudigel, habe das Stiftungskapital erstmals die Ein-Millionen-Grenze überschritten.

Mit den Spenden und Erträgen aus zahlreichen Aktionen konnten zunächst das Hospiz Sonnenlicht und später das 2006 eröffnete Hospiz Arista unterstützt und gefördert werden. Bald darauf löste sich der Hospizverein Karlsbad-Waldbronn auf und der neue Hospizverein Karlsbad-Waldbronn-Marxzell wurde gegründet. Ein weiteres Ziel der Stiftung, nämlich die Gründung eines Kinderhospizes in Karlsruhe, ist ebenfalls 2006 verwirklicht worden. So wurden in den vergangenen Jahren nicht nur die stationären Hospize, sondern auch die ambulanten Hospizdienste im Land- und Stadtkreis unterstützt. Mit ihrem „selbstlosen, weitsichtigen und effizienten Einsatz“ habe die heute 87-Jährige Tabus aufgebrochen und dafür gesorgt, dass der Hospizdienst in der Gesellschaft wahrgenommen wird und es ein flächendeckendes Angebot an Hilfen gibt, sagte Dr. Schnaudigel in seiner Laudatio.

Dass Lieselotte Lossau die Auszeichnung „verdient“ habe, steht für Bürgermeister Franz Masino außer Frage. Denn: „Sie haben das Leben in Waldbronn und Umgebung ein gutes Stück menschlicher gemacht“, so Masino. Es sei mehr als „nur“ ehrenamtliches Engagement nötig gewesen, um die Hospizarbeit so weit zu bringen, wie sie heute ist. „Unglaubliches“ habe Lossau für Waldbronn und Umgebung geleistet. Darüber hinaus habe es ihn immer gefreut, dass sie ein offenes Ohr für die Kultur und den Kulturring in Waldbronn gehabt habe. „Ich bin stolz darauf, einen Menschen wie Sie in Waldbronn zu haben.“

Den Dank für ihre Auszeichnung gibt Lieselotte Lossau sichtlich berührt an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und Unterstützer des Hospizdienstes weiter. Denn: „Viele Menschen sind tagtäglich im Einsatz um zu trösten und zu begleiten".

Eine Aufgabe, die umso wichtiger ist, da sie nicht nur das Leben ein Stück menschlicher macht, sondern auch das Sterben.  

Lieselotte Lossau eingerahmt von ihren Kindern und Schwiegersohn. Bild: Gemeinde Waldbronn

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