Gemeindenachricht

FAIRE Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene im August


Heute geht es um Fairplay im Fußball

„Wenn ich einen Ball weniger am Tag fertignähe, hat meine Familie nicht genug zu essen.“ Das sagt ein pakistanischer Junge in dem Film „Balljungs“ von 1999. Bis heute hat sich an der Situation -obwohl die Kinderarbeit auch in der pakistanischen Fußballproduktion verboten ist - nicht wirklich viel geändert. Viele Sportartikelfirmen lassen ihre Fußbälle in einem Distrikt im Norden Pakistans produzieren. 40 – 60 Millionen Bälle – das entspricht 70 % der Weltproduktion handgenähter Bälle -  nähen die Menschen dort im Jahr. Um einen Ball zusammenzunähen sind etwa 700 Stiche nötig. Neben den Erwachsenen werden inoffiziell auch viele Kinder mit eingespannt, denn der Verdienst ist gering. Die Menschen werden nach Stückzahl bezahlt, die Entlohnung liegt mehr oder weniger weit unter einem Euro pro Ball. Natürlich sind die Familien auf den Lohn angewiesen, denn andere Arbeitsmöglichkeiten gibt es kaum. Kinder, die in der Arbeit eingespannt sind, gehen häufig nicht in die Schule und werden so ihrer Zukunftschancen beraubt.

Wenn man Kinderarbeit abschaffen und den Kindern mehr Bildungsmöglichkeiten geben will, muss dafür gesorgt werden, dass die Erwachsenen ausreichend verdienen. Hier setzt Fairtrade ein. Die Organisation lässt Bälle mit dem Fairtrade-Siegel unter verbesserten Arbeitsbedingungen herstellen. Außerdem wird den Arbeitenden mindestens der national gültige Mindestlohn bezahlt. Kinderarbeit ist natürlich verboten. Mit der zusätzlich gezahlten Fairtade-Prämie können die Produzierenden in Verbesserungen vor Ort (z.B. Trinkwassersysteme, Schulsachen für die Kinder etc.) investieren.

Die Devise „Fairplay“ sollte also nicht nur beim Spiel selbst, sondern auch davor gelten. Das haben inzwischen auch einige Städte und Gemeinden erkannt, die für ihre Sportvereine und Schulen nur noch Bälle mit dem Fairtrade-Siegel anschaffen. Und das sollten wir auch tun, wenn wir mal wieder einen Fußball erwerben wollen. Fragen wir im Handel nach Fußbällen mit dem Fairtrade-Siegel.


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