Gemeindenachricht

Faire Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene


Waldbronn ist seit Juli 2021 rezertifzierte Fairtrade-Kommune. Doch was bedeutet Fairtrade? Fairtrade verbindet weltweit Konsumentinnen und Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen und verändert Handel(n) durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte.

Die 2019 gegründete Steuerungsgruppe Fairtrade möchte Sie zudem an dieser Stelle und immer am Ende des Monats über Ideen und Tipps aus der Welt des Fairen Handels auf dem Laufenden halten. Mal sind es faire Rezepte zum Nachmachen, mal Tipps zu fairer Kleidung oder Kosmetik, wichtige Termine oder einfach Wissenswertes und Informatives rund um das Thema Fairtrade.

Die Wahrheit hinter dem Teegenuss

Eine gute Tasse Tee trinken die meisten von uns gerne - doch den wahren Preis für den Teegenuss zahlen andere: Ausbeutung, Armut, Umweltzerstörung. Mit dem Kauf von fairem Tee können verantwortungsvolle Verbraucher etwas dagegen tun.

Tee (die Blätter der Teepflanze, also Schwarztee, grüner Tee, Weißer Tee und Oolong) kommt heute überwiegend aus China, Indien, Sri Lanka, Kenia und Vietnam– aus Ländern, in denen Sozial- und Umweltstandards vergleichsweise niedrig sind bzw. die Einhaltung wenig kontrolliert wird. Einige wenige Großkonzerne dominieren den gesamten Teemarkt – und haben dadurch die Macht ihre Preisvorstellungen und Produktionsbedingungen durchzusetzen.

Um ihre Interessen gegenüber den Konzernen vertreten zu können, ist es unerlässlich, dass die Arbeitnehmer die Möglichkeit haben sich zu organisieren. Dies aber wird durch die Großkonzerne oft verhindert.

Auf den Teeplantagen herrschen daher oft Diskriminierung und Armut. Die Löhne der Plantagenarbeiter liegen oft weit unter den nationalen Mindestlöhnen. Recherchen zufolge gibt es zwar oft vereinbarte Leistungen wie Nahrung, Unterkunft und medizinische Versorgung, diese werden allerdings von den Löhnen abgezogen, so dass kaum etwas vom Lohn übrigbleibt. Nachforschungen zeigen, dass in vielen Fällen die bereitgestellten Unterkünfte sowie die Nahrung mangelhaft und unzureichend sind – viele Arbeiter auf den Plantagen sind mangel- oder unterernährt, dies trifft insbesondere auf Kinder zu, von denen ein großer Teil unterentwickelt ist. 

Um auf den riesigen Teeplantagen rund ums Jahr möglichst ertragreich ernten zu können, werden reichlich Pestizide zur Schädlingsbekämpfung versprüht. Unter den Chemikalien leiden Böden, Wasser, Biodiversität und auch die Gesundheit der Plantagenarbeiter*Innen. Den ausufernden Pestizid-Einsatz bekommen auch wir Konsumenten in Europa zu schmecken: In Teeproben finden Testinstitute regelmäßig hohe Pestizidbelastungen, die zu gesundheitlichen Problemen führen können.

Wer sich von den Problemen rund um den Anbau der Teepflanze nicht den Teegenuss verderben lassen will, kann durchaus etwas tun: Der Kauf von fair gehandeltem Bio-Tee (erkennbar an den bekannten Fairtrade-Siegeln) hilft im Kampf gegen die ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse und garantiert den Menschen einen fairen Mindestlohn und humane Arbeitsverhältnisse. Die Bio-Zertifizierung verbietet den Einsatz von gefährlichen Spritzmitteln, so wird die biologische Landwirtschaft in den Herkunftsländern gestärkt, die Umwelt und auch die Gesundheit der Plantagenarbeiter geschützt.


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