Gemeindenachricht

Aus dem Umweltbeirat


Kommunale Klimapartnerschaft angedacht
Der Klimaschutz in Waldbronn ist auf einem sehr guten Weg: Waldbronns Klimaschutzmanagerin Marie-Luise Blau hat den Umweltbeirat über ihre aktuellen Aktivitäten in der Gemeinde informiert. So habe sie in den vergangenen Monaten die Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise durch Klimatipps im Mitteilungsblatt, durch Flyer und eine Energieeffizienzberatung intensiviert. Hier geht aber immer noch mehr, so Blau, etwas durch Aktionstage, weitere Energieberatungen oder Energieinfotische. Verschiedene Bürgerförderungen (Lastenrad, Entsiegelung, Begrünung oder ökologische Dämmungen) sollen ebenfalls angegangen werden. Die Planungen für weitere PV-Anlagen auf den Schulen oder den kommunalen Liegenschaften (Bauhof/VHS) sind intensiviert worden oder werden bereits umgesetzt. Des Weiteren, informierte Blau, habe sich die Gemeinde für eine Kommunale Wärmeplanung bis 2023 entschieden, auch hier würden die Datengrundlagen nun erfasst. Ziel sei es, ein Energieplan für Waldbronn zu erstellen, um die energetische Maßnahmen zu optimieren. Eine weitere mögliche Maßnahme sei eine sogenannte Klimapartnerschaft, so Blau. Hier könnten sich Kommunen als Vorreiter und Botschafter miteinander vernetzten. So ist beispielsweise der Landkreis Karlsruhe eine Klimapartnerschaft mit Brasilien eingegangen. Diese Idee kam bei den Beiräten, wie letztlich die gesamten Klimaschutzmaßnahmen, ebenfalls sehr gut an.

Klimaschutzwerkstatt mit der UEA
Die Umwelt- und Energieagentur Landkreis Karlsruhe informierte über die laufende Rezertifizierung vom European Energy Award (EEA). Dabei müssen in verschiedenen Bereichen Bewertungspunkte gesammelt werden. Armin Holdschick und Ivo Pietzak von der UEA stellten die weitere Vorgehensweise sowie die geplanten oder angedachten Maßnahmen vor. Spricht: Wo stehen wir und was können wir in Waldbronn noch besser machen? Grundsätzlich sei Waldbronn bisher sehr gut aufgestellt. Schwachpunkte gebe es beispielsweise aber noch bei den kommunalen Gebäuden. Zwar sei man die PV-Anlagen angegangen, doch diese Maßnahmen seien weiter ausbaubar. Weitere energiesparenden Maßnahmen seien Ökostrom oder Sanierungsfahrpläne. Bei dem Komplex Versorgung und Entsorgung könnten sich die Fachleute beispielsweise PV-Überdachungen bei Parkplätzen oder KI-gesteuerte Regenwassernutzung vorstellen. Mit dem Ausbau der E-Ladesäulen, der weiteren Umstellung des Fuhrparkes auf alternative Antriebe oder weitere Maßnahmen im Radverkehr könne im Bereich Mobilität gepunktet werden, so Holdschick.  Insbesondere auch in der internen Organisation, so beispielsweise mit Mitarbeiterschulungen, mit Klimachecks für Beschlussvorlagen, Energieberatungsaktionen, Schulprojekten oder auch einem Klimabündnis, könnten ebenfalls Punkte gesammelt werden. Die Umweltbeiräte haben während der Sitzung gemeinsam mit den Energieberatern von der UEA die einzelnen Maßnahmen priorisiert. Darauf basierend soll nun ein energiepolitisches Arbeitsprogramm erarbeitet und im Gemeinderat vorgestellt und verabschiedet werden.

BUND Karlsbad/Waldbronn stellt „Projekt Artenvielfalt“ vor
Der BUND Karlsbad/Waldbronn hat Ende des Jahres 2021 das „Projekt Artenvielfalt“ ins Leben gerufen. Martina Schmidt-Schüssler und Dr. Klaus Rösch (beide BUND) haben das Projekt für mehr Biodiversität (Artenvielfalt) im Beirat vorgestellt. So konnten mehrere Projektpartner gewonnen werden, beispielsweise der Schwarzwaldverein, die beiden Kirchengemeinden sowie die hiesigen Obst- und Gartenbauvereine und der Pfadfinderbund Antares. Neben der Förderung der Artenvielfalt ist es den Beteiligten wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden, um damit eine Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen. Da die Privatgärten zusammen in Deutschland mehr Fläche einnehmen als die Naturschutzgebiete, sei es schon sehr wichtig zu wissen, wie diese bepflanzt werden können, um die Artenvielfalt zu erhalten und zu vermehren, so Klaus Rösch. Daher sei auch die Bildungsarbeit (Zum Beispiel: Wiesenwanderungen, Obstbaumschnitte, Vorträge) ein wichtiger Pfeiler des Projektes. Gleichzeitig, so Rösch, bestünde auch in Waldbronn mit seinen Grünflächen Handlungsbedarf. Obwohl die Gärtnerei unter der Leitung von Samuel Schöpfle in den vergangenen Jahren bereits viele Blütenwiesen angelegt, in Teilbereichen die Mähfrequenz verringert, Obstbäume an Privatpersonen abgegeben und Frühblüher gepflanzt habe, bestünde noch mehr Handlungsbedarf. Die beiden BUND-Vertreter warben zugleich mit „naturnah dran“ und „stadtgrün naturnah“ für zwei Zertifizierungsverfahren für Städte und Gemeinden. Mit diesem Label würden beispielsweise Maßnahmen zur Artenvielfalt und zur naturnahen Gestaltung von öffentlichen Flächen ausgezeichnet und mit einer Öffentlichkeitskampagne begleitet. Damit würde auch, so der BUND, der Tourismus gefördert. Die Kosten betrügen bei „stadtgrün naturnah“ rund 2000 Euro im Jahr. Grundsätzlich steht der Umweltbeirat einem solchen Zertifizierungsverfahren sehr positiv gegenüber. Samuel Schöpfle, Leiter der Gemeindegärtnerei, bedankte sich zunächst bei allen ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für den Naturschutz an den unterschiedlichsten Stellen einsetzen. So seien viele Ehrenamtliche im BUND z.B. beim Krötensammeln, im Kräutergarten, bei einer Bachlaufpflege oder an Streuobstbäumen aktiv. Waldbronn könne aber mit Blick auf die Zertifizierungsverfahren kein Konzept von anderen Kommunen kopieren, sondern müsse selbst entscheiden, welche Ressourcen möglich seien. Potentiellen Flächen, die materielle und finanzielle Ausstattung, das Personal und die Bürgerakzeptanz müssten mitberücksichtigt werden, so Schöpfle. Grundsätzlich habe er nichts gegen solche Labels, aber für Waldbronn sei dies eventuell der falsche Weg; die Gemeinde müsse ihr eigenes Tempo gehen, zumal bereits seit Jahren der Artenschutz immer Blick sei, sagte der Leiter der Gärtnerei.  Das „Projekt Artenvielfalt“ findet er grundsätzlich gut, lobte Schöpfle.
Eine weitere Diskussion hat Bürgermeister-Stellvertreter Joachim Lauterbach abgebrochen. Die Situation solle zuerst intern aufgearbeitet werden. Eine Bewertung durch den Umweltbeirat kam deshalb nicht zustande.


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