Gemeindenachricht

Für den Erhalt der biologischen Vielfalt


Ein erstes Treffen im Kurpark: Die Teilnehmer des Informationsausschtausches setzen sich für mehr Artenvielfalt in Waldbronn ein.

Die Gemeinde Waldbronn beteiligt sich am Zertifizierungsverfahren „StadtGrün naturnah“ des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“. Das Bündnis, an dem inzwischen 56 Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland teilnehmen, vergibt das Label "StadtGrün naturnah" für Kommunen, die sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen. Dieser Tage hat Bürgermeister Christian Stalf den Umsetzungsvertrag unterschrieben: „Ich freue mich sehr, dass die Gemeinde sich an dem Labelverfahren beteiligt“, sagt Christian Stalf. „Unsere Gemeindegärtnerei hat sich ja bereits in den vergangenen Jahren aktiv für mehr Natur und Grün in der Gemeinde stark gemacht. Und ich bin überzeugt, dass die Teilnahme am Labelverfahren ein weiterer wichtiger Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt ist.“

Laber StadtGrün Naturnah

Jetzt fand bereits ein erster Informationsaustausch zwischen Samuel Schöpfle, Leiter der Gemeindegärtnerei sowie Manfred Müller, Dr. Klaus Rösch und Franz Linneman vom Waldbronner Projekt Artenvielfalt und Dr. Uwe Messer vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ statt. Im Kurpark informierte Uwe Messer über das Verfahren: Es erfolgt zunächst eine Bestandsaufnahme an bereits geleisteten Maßnahmen auf Gemeindegebiet und eine Darstellung von Handlungsspielräumen zur weiteren nachhaltigen Entwicklung. Bei einem Vor-Ort-Besuch durch das Bündnis werden ausgewählte Grünflächen besichtigt und bewertet sowie ein Workshop mit einer lokalen Arbeitsgruppe (LAG) organisiert. Dabei soll die Gemeinde beraten und ein konkreter Maßnahmenplan ausgearbeitet werden. Die Zertifizierung mit Vergabe des Labels erfolgt dann nach einem Jahr auf einem bundesweiten Fachkongress. Erfreulich ist, dass laut Uwe Messer die Phase der Bestandsaufnahme abgekürzt werden kann, da die Gemeindegärtnerei bereits eine fundiere Bestandsaufnahme von eingeleiteten Maßnahmen und Flächenbeständen vorgelegt hat.

Ein Rundgang im Kurpark mit Besichtigung der angelegten Flächen mit Blühstreifen, dem Kräutergarten und dem Kurparksee lieferte bereits wesentliche Eindrücke über die Ist-Situation.  Dabei wertete Uwe Messer vor allem den wertvollen Baumbestand, die Wasserflächen und die Ansätze für Altholzablagerungen als gute Vorleistungen für die Teilnahme. Außerdem wurden weitere Vorschläge gesammelt: Entwicklung der Blühstreifen mit Sommerflor zu einer dauerhaften Wiese mit Samenmischungen mehrjähriger heimischer Pflanzenarten, Belassen von Pflanzenmaterial für die Überwinterung von Insektenlarven, der Einsatz eines Balkenmähers zur Insekten-schonenden Bearbeitung, Verzicht auf Herbizideinsatz und Torfprodukte sowie die Verwendung ungefüllter Blütenpflanzen in Staudenbeeten.
Eine Fahrt durch Waldbronn und ein Gespräch im Rathaus beendeten den ersten Vor-Ort-Termin.„Ein wesentlicher Aspekt für ein erfolgreiches Verfahren, betonte Uwe Messer, ist auch die Beteiligung der Bürger, sei es durch Veröffentlichungen im Mitteilungsblatt, öffentliche Veranstaltungen oder eine aktive Einbindung in die Maßnahmen, z.B. durch die Übernahme von Patenschaften“. Die als Bestandteil des Verfahrens erforderliche lokale Arbeitsgruppe (LAG) besteht aus Samuel Schöpfle als Gemeindevertreter und weiteren Vertretern der Projektgruppe Artenvielfalt.


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