Gemeindenachricht

Bürgerversammlung zum neuen Kurzentrum


Verwaltung informiert in einer Bürgerversammlung  zum neuen Kurzentrum
 
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung im September zugestimmt, den Bebauungsplan „Engerer Kurbereich“ durch die Aufstellung des Bebauungsplanes „Kurzentrum am Römerweg“ zu ändern. Der Grund: Die Inhaber der Acura-Klinik möchten auf dem gut 3636 Quadratmeter großen Grundstück Ecke Sebastian Kneipp-Straße und Bergstraße ein Kurzentrum erbauen. Jetzt informierten Bürgermeisterstellvertreter Joachim Lauterbach und Rechtsamtsleiter Harald Irion die Bürgerinnen und Bürger Waldbronns in einer öffentlichen Bürgerversammlung über das Bauvorhaben. Gleichzeitig konnten sich die Bürger zu den Planungen äußern.
 
Das geplante Bauvorhaben
Harald Irion erläuterte zunächst das Bauvorhaben der Acura-Klinik. Die Investoren möchten auf dem gut 3636 Quadratmeter großen Grundstück Ecke Sebastian Kneipp-Straße und Bergstraße ein Kurzentrum erbauen. Grundsätzlich ist ein solches Vorhaben durch das im Bebauungsplan „Engerer Kurbereich“ vorgesehene Baufenster abgedeckt. Die Acuara-Klinik plant nun ein winkelförmiges Gebäude,  45 x 45 Meter, entlang der Bergstraße mit vier Geschossen. Parallel zur Sebastian-Kneipp-Straße sind vier Geschosse mit Abstufung auf drei Geschosse vorgesehen. Im Einmündungsbereich der beiden Straßen soll ein Penthausgeschoss entstehen. Insgesamt wird das Gebäude lichtdurchflutet und mit viel Glas sowie einem Arcadengang gestaltet werden. Die Höhe beträgt zwischen 10 und 17 Meter, die Nutzfläche liegt bei etwa 5000 Quadratmetern. Im Erdgeschoss werden Praxen, Dienstleister und andere Ladengeschäfte (insgesamt 14) sowie ein Boardinghaus (eine Art Hotel mit Nebenräumen, Rezeption und Serviceleistungen) untergebracht. In den oberen Geschossen sind behindertengerechte und barrierefreie Wohnungen geplant, die an Angehörige der Patienten, an Erholungssuchende oder an Mitarbeiter der Waldbronner Firmen vermietet werden sollen. Dieses können die Serviceleistungen des Boardinghauses in Anspruch nehmen. Insgesamt sind 22 Wohnungen geplant. Das Boardinghaus soll 23 Zimmer bekommen, dies sei auch im Hinblick auf das neue Schulungszentrum gegenüber zu sehen. Weiter ist eine Tiefgarage unter dem gesamten Gebäude geplant, um die Parksituation zu entspannen. Bisher mit 44 Stellplätzen;  dies müssten aber mindestens 88 werden, so Harald Irion. „Natürlich ist es ein markanter Gebäudekomplex, der sich allerdings dennoch in seine Bauumgebung anpasst“, so Harald Irion weiter.
Abschließend erläuterte der Rechtsamtsleiter, dass die geplanten Angebote „ergänzend und nicht als Konkurrenz“ zu den Ladeneinheiten in Reichenbach und am Rathausmarkt zu sehen sind, die eben nicht nur von den Patienten und ihren Angehörigen, sondern von allen Waldbronner Bürgern genutzt werden können. Es sollen nur Dienstleistungen und Praxen untergebracht werden, die die Gemeinde für „sinnvoll“ erachtet. Etwa ein Sanitätshaus oder auch ein kleiner Biomarkt, die Ladenfläche nicht größer als 100 Quadratmeter.  Bürgermeisterstellvertreter Joachim Lauterbach verwies auf die Wichtigkeit des Bauvorhabens, vor allem im Hinblick auf die Standortsicherung der Acuara Klinik, viele Arbeitsplätze hängen an dem Arbeitgeber.
 
Anschließende Diskussion
Knapp 20 Bürgerinnen und Bürger, einschließlich einiger Gemeinderäte waren zur Bürgerversammlung gekommen. Einige Anwohner äußerten ihre Bedenken. So wurde die Vorgehensweise der Verwaltung als „Schnellverfahren“ kritisiert. „Immer wenn ein Bebauungsplan nicht mehr passt, wird ein ergänzender Bebauungsplan eingeleitet“.  Es läge darüber hinaus eine „totale Änderung der bisherigen Nutzung vor“, so ein weiterer Anwohner. Vorher seien nur Kureinrichtungen zulässig, jetzt wäre es ein Mischgebiet. Irion erwiderte, dass es ein Sondergebiet mit Zweckbestimmung Kur vorliege, deren Ausrichtung an aktuelle Anforderungen angepasst werden müsse. Kur im klassischen Sinne gäbe es nicht mehr, heute ist die Acura-Klinik eine Nachsorge- und Rehaeinrichtung. Viele Bürger befürchten, dass die Ladenflächen eher leer und ungenutzt blieben. Natürlich bestünde ein Risiko, so Harald Irion, doch gehen sowohl die Verwaltung als auch der Projektentwickler aufgrund des guten und begehrten Wirtschaftsstandortes Waldbronn davon nicht aus. Von einer „Mogelpackung“ sprach ein Bürger. „Bei der Anzahl der geplanten Wohnungen liegt kein Kurzentrum mehr vor“, sondern eher ein Laden- und Wohnhaus. Insgesamt wurde deutlich, dass bei den Anwohnern sowohl die Höhe des Gebäudes, ein vermehrtes Verkehraufkommen und eine veränderte Nutzung Bedenken hervorrufen.
Jetzt muß die Verwaltung und auch die Projektentwickler diese Bedenken in ihre weiteren Überlegungen einbeziehen. Letztendlich, so auch Bürgermeisterstellvertreter Joachim Lauterbach, entscheidet der Gemeinderat. 




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