Gemeindenachricht

Ein wahrer „Klaviergipfel“ im Kulturring als krönender Saisonschluss


Ein wahrer „Klaviergipfel“ im Kulturring als krönender Saisonschluss
 
Für den Kulturring Waldbronn begrüßte am Samstagabend das Vorstandsmitglied Wolfgang Seibold viele Konzertbesucher im Kulturtreff. Der Auftritt dreier international renommierter Pianisten bescherte dem Kulturring ein volles Haus.

Das Klavierduo Hans-Peter und Volker Stenzl feierte sein 30-jähriges Bühnenjubiläum im Kulturring.

Das Klavierduo Hans-Peter und Volker Stenzl, das heuer sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiert (1986 gewannen sie in München den 1. Preis beim internationalen ARD-Wettbewerb) eröffnete den Konzertabend. In die Welt der deutschen Romantik entführten Hans-Peter und Volker Stenzl: Franz Schuberts „Fantasie f-Moll“ stand auf dem Programm. In diesem, in der romantischen vierhändigen Klavierliteratur wohl bekanntesten Stück sehen die Brüder Stenzl ein „Psychogramm der Seele“. Es war faszinierend, wie sich die beiden Brüder in diesen unterschiedlichen Kosmos von Seelenzuständen hineinfanden, musikalische Konturen herausarbeiteten und die unterschiedlichen Stimmungen der romantische Welt in ihrer Zerrissenheit, im Himmelhochjauchzen und Zu-Tode-Betrübt-Sein, zelebrierten.
Mit ihrem Auftritt in Waldbronn bewiesen Hans-Peter und Volker Stenzl einmal mehr ihren Ruf als eines der weltbesten Klavierduos. Nicht nur, dass die beiden Brüder zu einer absoluten Klangeinheit zusammengewachsen sind, es ist auch bemerkenswert, wie viel Individualität der eine Spieler dem jeweils anderen lässt, wenn die Kompositionsstruktur es verlangt. Ein begeistertes Publikum dankte mit reichem Beifall dem Klavierduo Stenzl für diese tiefschürfende, jeden Zuhörer anrührende Interpretation.

Ebenfalls zu Gast im Kulturring war der spanisch-deutsche Pianist Claudio Martínez Mehner.

Dann betrat der spanisch-deutsche Pianist Claudio Martínez Mehner die Bühne.
Sein Programm bildete seine Herkunft ab: Am Anfang typisch Spanisches, zwei Stücke aus der Suite Iberia von Isaac Albéniz und dann einen der bekanntesten Klavierzyklen des deutschen Romantikers Robert Schumann, den „Carnaval“. Das Ausloten von melodischen und rhythmischen Feinheiten, verbunden mit einem klangsinnlichen Anschlag war Kennzeichen der „Evocación“ (Anrufung). Im bunten Treiben des „El Albaicín“ zauberte Martínez Mehner spanisches Flair durch Flamenco-Rhythmen und klangstarke Akkorde im andalusischen Treiben im ältesten Stadtteil von Granada, dem „Albaicín“, auf die Bühne bzw. in die Ohren und Herzen der Zuhörer. Die pianistischen Schwierigkeiten (man nennt Albéniz auch den spanischen Liszt) erschienen im Spiel von Martínez Mehner wie ein Spaziergang unter der spanischen Sonne.

Den Schlusspunkt dieses bemerkenswerten Konzertes – es war ein „Klaviergipfel“ zum Saisonabschluss des Kulturring-Programmes – bildete das Opus 9 von Robert Schumann. Claudio Martínez Mehner überraschte in den 22 Szenen des „Carnaval“ mit einer höchst umfangreichen Klangpalette, einer breit gefächerten Dynamik, einer bestens differenzierten Gestaltung der einzelnen Charaktere und mit einer überschäumenden Virtuosität, kein Wunder also, dass das begeisterte Publikum in einen Beifallssturm ausbrach.

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