Gemeindenachricht

FAIRe Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene im März


Unsere Gemeinde wurde im Oktober 2019 als Fairtrade-Kommune zertifiziert.

Was bedeutet Fairtrade? Fairtrade verbindet weltweit Konsumentinnen und Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen und verändert Handel(n) durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte. Möchten Sie sich näher informieren? Dann sind Sie bei uns genau an der richtigen Stelle.

Die 2019 gegründete Steuerungsgruppe Fairtrade möchte Sie zudem an dieser Stelle und immer am Ende des Monats über Ideen und Tipps aus der Welt des Fairtrade auf dem Laufenden halten. Mal sind es faire Rezepte zum Nachmachen, mal Tipps zu fairer Kleidung oder Kosmetik, wichtige Termine oder einfach Wissenswertes und Informatives rund um das Thema Fairtrade.

Heute geht’s um faire Blumen:

Sag`s mit Blumen: Wenn Rosen, dann bitte Fairtrade

Etwa 80 % der in Deutschland verkauften Schnittblumen stammen aus südlichen Ländern unseres Planeten. Die hauptsächlichen Anbauländer liegen in Afrika und Südamerika. Von dort werden die Blumen gut gekühlt mit Flugzeugen nach Deutschland gebracht. Der Verkauf der Blumen ist eine wichtige Einnahmequelle und ein Devisenbringer für die Staaten des Südens. Die Blumenfarmen bieten der Bevölkerung viele Arbeitsplätze, allerdings sind die Arbeitsbedingungen oftmals katastrophal. Die Menschen müssen hart arbeiten, verdienen nicht genug und sind durch die giftigen Spritzmittel Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt. Natürlich leidet auch die Umwelt z.B. durch einen hohen Flächen- und Wasserverbrauch und durch die Einleitung von mit Pestiziden vergiftetem Wasser in Seen und Flüsse. Seit 2005 haben die Farmen die Möglichkeit nach Fairtrade-Kriterien zu produzieren das bedeutet:

·         Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit

·         Zahlung einer Fairtrade-Prämie in Höhe von 10 % des Einkaufspreises,
          den der Importeur zahlt zur Verwendung in Gemeinschaftsprojekten

·         Geregelte Arbeitszeit und vereinbarte Sozialleistungen für Beschäftigte

·         Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und zur Arbeitssicherheit:
          beschränkter Gebrauch von Agrochemikalien und Verbot von hochgiftigen Pestiziden

·         Förderung des Umweltschutzes durch nachhaltige Wirtschaftsweise

Obwohl die Fairtrade Standards eigentlich auf alle Farmen angewendet werden können (z.B. auch auf die Produktion von Weihnachtssternen), sind hierzulande vor allem die Fairtrade-Rosen bekannt. Es gibt sie in vielen Farben und hoher Qualität zu kaufen. Allerdings ist eine Monokultur, wie die Rosenproduktion, mit einem am Ende makellosen Produkt ohne den Einsatz von Spritzmitteln nicht denkbar. Auch im Anbau der Fairtrade-Rosen werden Pestizide gespritzt, die giftigsten unter ihnen sind hier allerdings verboten. Blumenfarmen, die unter dem Fairtrade-Siegel produzieren, haben aber strenge Vorschriften, was den Schutz der Beschäftigten anbelangt. Wieviel Rückstände das Produkt im Handel aufweisen darf, ist nicht geregelt. Unter Umwelt- und Klimaschutzaspekten ist eine Freilandrose die beste Variante. Diese ist aber nur im Sommer zu bekommen. In den kühleren Jahreszeiten sind Rosen aus Afrika aus Klimaschutzgründen besser zu beurteilen als die europäischen Gewächshausvarianten, denn sie benötigen keine Heizenergie. Das gleicht den CO2-Ausstoß durch den Transport mehr als aus. Fazit: Wenn man seinen Lieben Rosen schenken will und keine Freilandrosen aus heimischen Gefilden verfügbar sind, sollte Fairtrade die erste Wahl sein.


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