Gedenken zum Frieden
„Ein Auftrag überall für Frieden und Respekt einzutreten“
Gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürger gedachte Bürgermeister Christian Stalf am vergangenen Sonntag am Ehrenmal in Etzenrot der gefallenen Soldaten und der Opfer von Krieg und Bürgerkriegen. Doch es sollte nicht nur stilles Gedenken werden, es sollte auch ein Impuls für den Frieden sein.
Bürgermeister Chrisitan Stalf erinnerte 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an die Toten, darunter 284 Menschen aus Waldbronn. „Wir gedenken nicht aus Pflicht, sondern aus Verantwortung, denn die Gefallenen mahnen uns, dass Frieden Haltung und Mut braucht“, sagte Stalf. Die Versöhnung nach 1945 – etwa zwischen Deutschland und Frankreich – zeige, dass Frieden Ergebnis menschlicher Entscheidungen sei. Die aktuellen Kriege in Europa machen bewusst, wie zerbrechlich Frieden bleibt. Daher, betonte Stalf, dürfte Erinnerung nicht abstumpfen, sondern müsse uns stärken, Demokratie zu schützen und Hass früh zu widersprechen. Er dankte zudem den Hortkindern der Waldschule, die Kacheln farbenfroh mit Friedenssymbolen bemalt haben. „Uns ist es wichtig, auch jüngere Menschen mit in den Friedentag einzubeziehen“. Denn: Der Friedenstag solle Mahnung und Hoffnung zugleich sein – ein Auftrag, hier in Waldbronn und überall für Frieden und Respekt einzutreten.
Anschließend erinnerte Gemeindearchivar Frank Heinrich an das Ende des Krieges in Waldbronn. Am 8.April 1945, so Heinrich, haben die Verantwortlichen weiße Fahnen an die Waldbronner Kirchtürmen gehängt. Gegen neun Uhr seien dann alliierte Truppen in Busenbach eingerückt, die gegen Mittag Reichenbach und kurz darauf Etzenrot erreicht hätten. Damit war der Krieg in Waldbronn zu Ende. Noch am Tag davor gab es durch Beschuss mehrere Tote und Verletzte. 284 Tote - Soldaten und aus der Zivilbevölkerung - gab es in Waldbronn zu betrauern. 284 Grabkerzen, auf der Mauer aufgebaut, veranschaulichten deutlich die Waldbronner Toten, aber auch an die Gesamtzahl von 50 – 60 Millionen Opfer, die der zweite Weltkrieg forderte.
Gemeindereferentin Ruth Fehling sprach für die beiden Kirchen über Hoffnung und Mut. „Es sind kleine Schritte hin zum Frieden. Wir müssen vor allem Worte finden und den Mut haben, ins Gespräch zu gehen“, sagte Fehling und erinnerte an Dietrich Bonhoffer, der seine berühmten Zeilen, „von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag“ im Gefängnis geschrieben hat.
Abschließend bedankte sich Bürgermeister Stalf bei allen Beteiligten, die zum Gelingen der Feierstunde beigetragen haben, bei den Hortkinder der Waldschule für die Gestaltung der Kacheln, dem Musikverein Harmonie Etzenrot für die musikalische, modere Gestaltung, bei Ruth Fehling für die Ansprache und bei der Freiwilligen Feuerwehr sowie dem DRK Etzenrot für die Ehrenwache.
Die Feierstunde endete mit der gemeinsam gesungenen Europahymne und einem stillen Gedenken. Gemeinsam mit Bürgermeister Stalf legten die Gemeinderäte an den Ehrendenkmälern in Reichenbach und Busenbach ebenfalls Kränze nieder. Auch dort wurde nochmals in aller Stille der zahlreichen Opfer von Krieg und Vertreibung gedacht.
Herzlichen Dank
Einen herzlichen Dank allen Besucherinnen und Besuchern für ihre Teilnahme an der Gedenkfeier. Der Spendenaufruf des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Erhalt der Soldatenfriedhöfe erbrachte einen Betrag 240, 40 Euro. Auch im Namen des Bezirksvorstandes Nordbaden einen aufrichtigen Dank für die Spenden.
Ihr Bürgermeister
Christian Stalf