Drei ganz besondere Anlässe:

Franz und Paula Becker feiern in Reichenbach

Der 4. Oktober 2026 war für Franz und Paula Becker wahrlich ein außergewöhnlicher Festtag: Franz Becker feierte seinen 100. Geburtstag, gemeinsam blickte das Ehepaar auf 75 Ehejahre, wohlgemerkt zusammen, und damit auf seine Kronjuwelenhochzeit zurück. Zugleich war es der Namenstag von Franz Becker – denn er wurde am 4. Oktober 1926, dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, in Reichenbach geboren.
Bürgermeister Christian Stalf besuchte das agile Ehepaar Becker zu diesem seltenen dreifachen Jubiläum persönlich zu Hause und überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Waldbronn. „Ein 100. Geburtstag, 75 Jahre Ehe und der Namenstag an einem einzigen Datum – das ist wahrlich ein besonderer Tag. Sie stehen mit ihrer Lebensgeschichte wahrlich für Zusammenhalt, Heimatverbundenheit und eine Familie, die über Generationen füreinander da ist“, so Bürgermeister Stalf. Anschließend entwickelte sich ein sehr lebhaftes und spannendes Gespräch.
 
Franz Becker ist seiner Heimat über all die Jahrzehnte eng verbunden geblieben. Seine Kindheit und Schulzeit verbrachte er in Reichenbach. Bereits 1941 begann er seine Lehre bei der Maschinenfabrik Lorenz AG in Ettlingen. Die tägliche Fahrt dorthin mit dem „Entenköpfer“, wie die Bahn im Volksmund liebevoll genannt wurde, ist ihm bis heute in guter Erinnerung geblieben.
Die Kriegsjahre brachten für den jungen Franz Becker schwere und einschneidende Erfahrungen mit sich. Nach Arbeitsdienst und Wehrdienst wurde er zweimal verwundet und verbrachte längere Zeit in Lazaretten. Im August 1945 kehrte er schließlich nach Reichenbach zurück. Nach seiner Genesung nahm er seine Arbeit bei der Firma Lorenz in Ettlingen wieder auf, der er bis zu seinem Ruhestand treu blieb.
 
Eine besondere Rolle in seinem Leben spielte stets das Vereins- und Gemeindeleben. Er ist nämlich seit 80 Jahren Mitglied beim TSV Reichenbach und 75 Jahre bei der Lyra Reichenbach. Im Kirchenchor lernte Franz Becker auch seine spätere Frau Paula kennen. Paula Becker war mit ihrer Familie als Volksdeutsche aus dem damaligen Jugoslawien geflohen. Gemeinsam hegten die beiden zunächst den Plan, nach Amerika auszuwandern, wo Teile ihrer Familie bereits lebten. Als sich die Ausreise jedoch als schwierig erwies und eine Trennung der Familie auf Zeit im Raum stand, entschieden sie sich, in Reichenbach eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.
 
Am 4. Oktober 1951 gaben sich Franz und Paula Becker das Ja-Wort. Mit ihren Kindern und den Schwiegereltern bauten sie ein Haus in Reichenbach, das bis heute Lebensmittelpunkt der Familie ist. Trotz eines schweren Schicksalsschlags – 1976 verloren sie ihren ersten Sohn – hielt die Familie zusammen und fand Halt in ihrem Zuhause und im Miteinander.
Auch im hohen Alter ist Franz Becker kreativ und aktiv: Über viele Jahre widmete er sich mit großer Begeisterung dem Modellbau und war von 1974 bis zur Auflösung des Vereins im Jahr 2014 Gründungsmitglied der Modellsportgruppe Rauchschwalbe. Heute entstehen in seiner Werkstatt kleine Holzblockhäuser, die bei den Urenkeln als Spielwelt für Playmobilfiguren sehr gefragt sind.
Franz und Paula Becker dürfen sich über zwei Enkel und zwei Urenkel freuen. Sie leben weiterhin in ihrer Wohnung im eigenen Haus und werden von ihrem Sohn, ihrer Schwiegertochter sowie einem Enkel mit Familie liebevoll unterstützt.
 
Und was ist nun das Geheimnis ihres langen und erfüllten Ehenlebens, fragte Bürgermeister Stalf. Hier der exklusive Tipp von Frank Becker: „Es gibt Hoch und Tiefs. Und nicht nur Sonnenschein, sonders auch mal Donner und Blitze. Doch wir haben uns immer wieder vertragen. Und haben uns auch immer abends ´Gute Nacht´gesagt“. Außerdem – und das bestätigen beide Eheleute: „Wir sind immer sehr zufrieden mit dem gewesen, was wir gehabt haben“.

Herzlichen Glückwunsch!

Ehepaar Becker mit Bürgermeister Stalf