Aus dem Gemeinderat

Grünes Licht für den Rückbau der Festhalle

Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung nach ausführlicher Diskussion und Beratung dem Rückbau der Festhalle mit großer Mehrheit zugestimmt. Gleichzeitig sollen weitere Einsparpotenziale genutzt werden.

Zu Beginn der Sitzung stellte Bürgermeister Christian Stalf heraus, dass die Festhalle aus Sicht der Vereine ein wesentlicher Baustein für das Vereinsleben und für Feste sei. Zugleich erinnerte er an die angespannte finanzielle Situation der Gemeinde und daran, dass der Betrieb der Festhalle – mit Blick auf die Haushaltskonsolidierung – keine Pflicht-, sondern eine freiwillige Aufgabe darstellt. Auch den Aspekt der Nachhaltigkeit griff er auf: Die Halle sei in die Jahre gekommen, es stelle sich die Frage, wie lange an ihr festgehalten werden könne. Stalf bedankte sich zudem bei Landrat Christoph Schnaudigel und dem Landratsamt Karlsruhe für die gute und enge Zusammenarbeit. Mit Blick auf die brandschutzrechtlichen Vorgaben konnte Stalf in Kooperation mit Landrat und Landratsamt eine sichere und rechtskonforme Lösung finden, die insbesondere bei den Kosten für Brandschutz eine finanzielle Erleichterung für die Gemeinde darstellt.

Im Anschluss erläuterten Jürgen Hemberger, Fachbereichsleiter Hoch- und Tiefbau, und Architekt Florian Funk die Planungen im Detail. Sie stellten dem Gremium die vorgesehenen Maßnahmen, die Kosten, die Verteilung der Arbeiten sowie den weiteren Ablauf vor. Bereits im März habe ein gemeinsames Gespräch mit der Firma Aldi stattgefunden. Auch die Vereine seien bei mehreren Vor-Ort-Terminen in die Planungen eingebunden worden. Der Bauantrag sei inzwischen beim Landratsamt eingereicht. Hemberger führte aus, dass die im Vertrag festgelegten, den Rückbau betreffenden Arbeiten im Wesentlichen von Aldi übernommen werden. Zusätzliche Wünsche, die darüber hinaus von den Vereinen an die Gemeinde herangetragen werden, seien von der Gemeinde zu tragen. Grundsätzlich werde die Festhalle künftig nicht mehr als Versammlungsstätte, sondern als Veranstaltungsstätte mit unbestimmter Nutzung eingestuft.
Zur Kostensituation erklärte Hemberger, dass die Kostenschätzung eine allgemeine Baukostensteigerung von fünf Prozent berücksichtige. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 750.000 Euro. Davon hätte die Gemeinde etwa 372.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer zu tragen. Im Haushalt sind derzeit 60.000 Euro eingeplant, für den verbleibenden Betrag von knapp 300.000 Euro müssten überplanmäßige Mittel beantragt werden. Mit Blick auf mögliche Einsparpotenziale könne es hier noch zu Verschiebungen kommen.

In der anschließenden Diskussion äußerte Hildegard Schottmüller (CDU) die Erwartung, dass Aldi einen größeren Anteil der Kosten übernehmen solle. Aus ihrer Sicht gebe es im Vertrag mehr Leistungen, zu denen Aldi verpflichtet sei.
Jens Puchelt (SPD) dankte der Verwaltung für die Aufarbeitung des komplexen Sachverhalts und erkundigte sich nach möglichen Eigenleistungen der Vereine. Er verwies auf alternative Nutzungen der Halle, etwa für Wohnmobile.
Michael Kiefer (Aktive Bürger) verwies darauf, dass die Vereine durch ihre Feste einen wesentlichen Teil ihrer Arbeit finanzierten, insbesondere im Jugendbereich.
Kurt Bechtel (Freie Wähler) bewertete die Planungen positiv und betonte deren Bedeutung für die örtlichen Vereine.
Auf Nachfrage von Marc Purreiter (Bündnis 90/Die Grünen) sagte Bürgermeister Stalf, dass nach derzeitigem Stand etwa sechs Veranstaltungen im Jahr möglich seien. Die Bestuhlung erfolge unter Kontrolle der Personenzahl; diese Vorgaben resultierten aus den Auflagen des Landratsamts.
Désirée Fuchs (Freie Wähler) machte deutlich, dass sie den Leidensdruck der Vereine erkenne. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die Halle an rund 355 Tagen im Jahr leer stehe und sich inzwischen ein Wohngebiet an die Halle herangeschoben habe. Zudem gebe es kein Nutzungskonzept, dafür aber andere potenzielle Veranstaltungsorte in der Gemeinde.
Brigitte Kalkofen (Bündnis 90/Die Grünen) überlegte, ob es nicht kostengünstiger wäre, für Veranstaltungen ein Zelt aufzustellen, statt die Halle entsprechend umzubauen.

Am Ende der Debatte sprach sich der Gemeinderat mit großer Mehrheit für den Rückbau der Festhalle aus. „Das ist ein großes Bekenntnis für unsere Vereine und unser Gemeinschaftsleben“, betonte Bürgermeister Christian Stalf abschließend.

(Weitere Berichte aus dem Gemeinderat folgen)

Grünes Licht für den Rückbau der Festhalle