Den Wald zukunftssicher machen

Sitzung vom 29.07.2026

Traditionell vor der Sommerpause traf sich der Gemeinderat zur Waldbegehung.
Gemeinsam mit Revierleiter Alex Stolz, dem Leiter der Forstbehörde, Martin Moosmayer, Jagdpächtern sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern informierte sich das Gremium an verschiedenen Stationen über die aktuelle Situation im 345 Hektar großen Gemeindewald und die Aufgaben der kommenden Jahre.

Der Zustand des Waldes ist deutlich von den Folgen des Klimawandels geprägt. Längere Trockenperioden und wiederkehrende heiße Sommer setzen vielen Baumarten zu. Besonders Buchen gelten in trockenen Lagen zunehmend als gefährdet, so Revierleiter Stolz. Deshalb setzt die Forstbewirtschaftung verstärkt auf stabile Mischwälder, klimaresilientere Baumarten wie Eichen und Douglasien sowie auf die Naturverjüngung. Dabei betonten beide Forstexperten mehrfach, dass junge Bäume, die im Wald von selbst nachwachsen, gezielt gefördert werden sollen. Auch Kronenpflege und Durchforstungen helfen, einzelne Bäume zu stabilisieren und ihnen bessere Wachstumsbedingungen zu verschaffen. „Wir müssen den Wald zukunftssicher machen“, sagte Revierleiter Alex Stolz.
Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Jagd. Der Verbiss an jungen Bäumen durch eine hohe Rehpopulation sei derzeit zu hoch, sagte Martin Moosmayer. Damit der Wald sich natürlich verjüngen und zukunftsfähig entwickeln könne, sei eine enge Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern erforderlich, um die Abschussquote möglicherweise zu erhöhen.  

Beim Thema Brennholz informierte Revierleiter Stolz über eine Neuerung: Der Verkauf von Brennholz lang soll ab 1. Januar 2027 über die sogenannte Holzfinder-App (https://www.holzfinder.de/) erfolgen. Die bisherigen Abläufe über Anmeldung, Zuteilung und Rechnungsstellung durch Förster und Gemeindeverwaltung entfallen.

Zudem sprach Martin Moosmayer über die möglichen Perspektiven eines Kur- und Heilwaldes im Bereich des Waldparks. Ein solcher Wald könnte gezielt für Gesundheitsvorsorge, Erholung und gegebenenfalls therapeutische Angebote genutzt werden. Für einen Heilwald wären umfangreiche Voraussetzungen zu schaffen, unter anderem ein forstliches Konzept, geeignete Kooperationspartner sowie eine Klärung möglicher Nutzungskonflikte. Letztlich liege die Entscheidung über die weitere Ausrichtung beim Waldbesitzer, so Moosmayer. Ein Schild soll demnächst auf den Modellversuch „Kur- und Heilwald“ am Eingang des Waldparks hinweisen.

Ein praktischer Beitrag zum Schutz des heimischen Waldes ist die geplante Kirschlorbeer-Bekämpfungsaktion des BUND Mittleres Albtal. Die Aktion findet am Samstag, 14. November 2026, von 10 bis 12 Uhr am Römerweg statt. Der aus Gärten stammende invasive Kirschlorbeer breitet sich im Wald stark aus und kann die natürliche Waldverjüngung beeinträchtigen, ist für Menschen giftig und für die heimischen Insektenwelt wertlos. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen.

Zum Abschluss erläuterte Martin Moosmeyer die anstehende Forsteinrichtung. Sie ist das zentrale Planungsinstrument für den Gemeindewald und wird alle zehn Jahre erstellt. Der aktuelle Zeitraum läuft Ende 2027 aus. Bereits im kommenden Jahr sollen deshalb die Ziele der Gemeinde als Waldbesitzerin ermittelt werden. Im Jahr 2027 folgen die Planungen und Waldbegänge. Der neue Plan legt anschließend unter anderem fest, welche Schwerpunkte bei Waldpflege, Holznutzung, Verjüngung, Erholung und Naturschutz in den nächsten zehn Jahren gesetzt werden sollen.

Infos rund um den Kur- und Heilwald