Aus dem Verwaltungs- und Sozialausschuss
Bericht der Integrationsbeauftragten
Im jüngsten Sozial- und Verwaltungsausschuss informierte Waldbronns neue Integrationsbeauftragte Wilma Gießen über die aktuelle Situation der Unterbringung von geflüchteten und wohnungslosen Menschen in der Gemeinde Waldbronn.
Seit September 2025 ist Wilma Gießen als Integrationsbeauftragte im Dienst der Gemeinde. Sie ist zentrale Ansprechpartnerin für die in den Unterkünften lebenden Menschen, koordiniert das Belegungsmanagement, akquiriert Wohnraum und Fördermittel, berät Betroffene niedrigschwellig und vernetzt Verwaltung, Fachstellen und Ehrenamt.
Ein Schwerpunkt ihres Berichts lag auf den Veränderungen in der Fabrikstraße, dem bisherigen „Kombimodell“ aus vorläufiger Unterbringung (VU) des Landkreises und kommunaler Anschlussunterbringung (AU). Aufgrund deutlich gesunkener Zugangszahlen neuer Geflüchteter wurde die VU durch das Amt für Integration des Landkreises Karlsruhe weiter zentralisiert. Die zuvor in der VU in der Fabrikstraße untergebrachten Personen wurden im April 2026 auf andere Liegenschaften oder direkt in die Anschlussunterbringung der Kommunen Waldbronn, Karlsbad und Marxzell verteilt. Damit ist der Standort Fabrikstraße zum jetzigen Zeitpunkt regulärer AU-Standort und kein Kombimodell mehr. Unterkunftsleitung, Hausverwaltung und das Integrationsmanagement vor Ort bleiben jedoch bestehen.
Zum Stichtag 15. Juni 2026 sind in Waldbronn insgesamt 149 Personen durch die Gemeinde untergebracht, davon 130 Geflüchtete und 19 Wohnungslose, so Gießen. Im April 2025 lag diese Zahl noch bei 187 Personen. Den größten Anteil an geflüchteten Menschen bilden mit 44 Personen ukrainische Staatsangehörige; weiter stammen aus verschiedenen Herkunftsländern wie Afghanistan, Syrien oder Staaten des afrikanischen Kontinents. Die Unterbringung Geflüchteter erfolgt in aktuell zehn verschiedenen Unterbringungsstandorten, sechs davon im eigenen Besitz sowie vier in Anmietung.
Zur Vermeidung von Obdachlosigkeit sind derzeit 19 Personen in kommunalen Unterkünften untergebracht. Zwar sind die Belegungszahlen in diesem Bereich seit 2021 rückläufig bzw. grundsätzlich stabil, die Zahl der Beratungsanfragen zur Wohnungssuche, zur Vermittlung in Hilfsangebote o. Ä. steigt jedoch merklich.
Wilma Gießen betonte in ihrem Ausblick, dass neben der Sicherstellung der Unterbringung vor allem die qualitative Weiterentwicklung der Beratungsangebote, die Quartiersentwicklung im Bereich Neurod sowie die enge Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden und den zahlreichen Ehrenamtlichen in Waldbronn im Mittelpunkt stehen. Sie dankte gleichzeitig den Ehrenamtlichen von „Willkommen für Fremde“
(Angebote wie z. B. Fahrradwerkstatt, Sprachcafé, Hausaufgabenhilfe und Familienpaten) sowie dem Musikverein Harmonie Etzenrot, der 1 x wöchentlich in der Fabrikstraße ein musikalisches Angebot anbietet, für ihr tolles Engagement.
Der Bericht wurde von den Ausschussmitgliedern sehr positiv aufgenommen.
