Zwei Jahre Mobilitätskonzept Waldbronn
Ein Rückblick und ein Ausblick
Waldbronn arbeitet seit vielen Jahren daran, die Mobilität in der Gemeinde sicherer, klimafreundlicher und komfortabler zu machen. Mit dem Mobilitätskonzept, das der Gemeinderat vor rund zwei Jahren beschlossen hat, wurden hierfür klare Ziele und ein Fahrplan festgelegt. Seitdem ist viel passiert – Zeit für einen kurzen Rückblick und einen Ausblick auf die nächsten Schritte.
Der aktuell laufende Leitbildprozess „Waldbronn 2035+“ greift viele Mobilitätsthemen erneut auf. Er wird bestehende Prioritäten bestätigen und an verschiedenen Stellen neue Impulse setzen – etwa bei der Frage, wie Fuß- und Radverkehr, ÖPNV und Kfz-Verkehr künftig bestmöglich zusammenpassen.
Rückblick: Was bereits umgesetzt ist
In den vergangenen zwei Jahren wurden zahlreiche Maßnahmen aus dem Mobilitätskonzept konkret geplant und teilweise bereits umgesetzt:
Parkraumordnung und ruhender Verkehr
In Etzenrot wurde die Parkraumordnung im gesamten Ort neu strukturiert. Auch in Reichenbach und in Busenbach – unter anderem in der Reichenbacher Straße – wurden größere und kleinere Bereiche planerisch überarbeitet und mit neuen Konzepten zum ruhenden Verkehr versehen. Ziel ist eine bessere Nutzbarkeit des Straßenraums, mehr Verkehrssicherheit und eine gerechtere Verteilung des vorhandenen Parkraums.Verkehrsberuhigte Bereiche
Im Neubaugebiet Rück II sowie in Teilen des Bereichs Rück I wurden verkehrsberuhigte Bereiche ausgewiesen. Damit wird das Tempo reduziert, die Aufenthaltsqualität gesteigert und insbesondere für Kinder und ältere Menschen mehr Sicherheit geschaffen.Ladeinfrastruktur und neue Mobilitätsangebote
An mehreren Standorten im Gemeindegebiet wurden Ladesäulen für Elektrofahrzeuge eingerichtet, unter anderem in der Albgaustraße und im Waldring. Damit verbessert Waldbronn die Rahmenbedingungen für klimafreundliche Mobilität und unterstützt die Umstellung auf E-Fahrzeuge. Parallel dazu wird das Carsharing-Angebot schrittweise weiterentwickelt.
Diese Umsetzungen sind wichtige Bausteine auf dem Weg zu einer nachhaltigen, alltagstauglichen Mobilität in Waldbronn.
Ausblick: Was in den nächsten Jahren kommt
Auch in den kommenden Jahren wird das Mobilitätskonzept Schritt für Schritt umgesetzt. Wesentliche Projekte sind bereits in der Planung oder stehen kurz vor der Realisierung:
Bauliche Umsetzung Radwegverbindung Talstraße/Bahnhofstraße
Die Radwegverbindung im Bereich Talstraße/Bahnhofstraße wird baulich ausgebaut. Damit entsteht eine bessere und sicherere Verbindung für Radfahrende im Ortsbereich und in Richtung ÖPNV-Anbindung.Lückenschluss Herrenalber Straße – Albtalradweg
Ein zentrales Ziel ist der Lückenschluss von der Herrenalber Straße zum Albtalradweg. Dadurch wird die Anbindung Waldbronns an die regionale Radinfrastruktur verbessert und das Radfahren im Alltag wie in der Freizeit attraktiver.Radabstellanlagen
Ergänzend zu den Radwegprojekten wird die Gemeinde neue Radabstellanlagen einrichten. Sichere und gut gelegene Abstellmöglichkeiten sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass mehr Menschen das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag nutzen.Schnellladesäulen und Carsharing-Ausbau
Als nächster Schritt beim Thema E-Mobilität sind erste Schnellladesäulen geplant – die erste soll in der Talstraße entstehen. Parallel wird das Carsharing-Angebot weiter ausgebaut, damit mehr Bürgerinnen und Bürger flexibel auf ein gemeinschaftlich genutztes Auto zugreifen können.Park.Raum.Check und optimierte Parkraumbewirtschaftung im Zentrum
Im Zentrum von Waldbronn plant die Gemeinde einen Park.Raum.Check mit einer optimierten Parkraumbewirtschaftung. Ziel ist eine gerechte, effiziente Nutzung des begrenzten Parkraums – insbesondere für Kundschaft des örtlichen Handels, Besuchende und Anwohnende. Durch klare Regelungen und angepasste Bewirtschaftungsmodelle soll der vorhandene Platz besser genutzt und Suchverkehr reduziert werden.
Die parallel durchgeführte Qualitätserfassung der Ortsmitte zeigt insbesondere im Bereich der Fußgänger deutlichen Handlungsbedarf. Fragen der Aufenthaltsqualität, der sicheren Querungen und der Barrierefreiheit werden daher in den kommenden Jahren eine noch größere Rolle spielen – auch im Rahmen der Haushaltsberatungen, in denen über konkrete Mittel für Maßnahmen entschieden wird.
Gemeinsam unterwegs
Die Mobilitätsentwicklung in Waldbronn ist ein laufender Prozess, der nur im Zusammenspiel mit Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung gelingen kann. Bei vielen Projekten werden Bürgerinnen und Bürger bewusst eingebunden, etwa durch Verkehrsspaziergänge oder Beteiligungsformate. Die Gemeinde setzt dabei auf transparente Information, frühzeitige Beteiligung und eine Umsetzung, die sich an den realen Bedürfnissen vor Ort orientiert.
Der Leitbildprozess und die weiteren fachlichen Analysen – wie das Mobilitätskonzept und die Qualitätserfassung der Ortsmitte – bilden gemeinsam die Grundlage dafür, dass Waldbronn seine Mobilität Schritt für Schritt verbessert und gleichzeitig die finanzielle Leistungsfähigkeit im Blick behält.
