Rathauschef ist entmachtet
Großes Narrentreiben vor und in dem Rathaus
Wildes Treiben vor und im Rathaus: Unser Schultes ist entmachtet und die Narren treiben im Rathaus ihr Unwesen. So geschehen wie in jedem Jahr am schmutzigen Donnerstag. Die Waldbronner Hexen und Narren haben sich zusammengetan und das Waldbronner Rathaus gestürmt. Sitzungspräsident Achim Waible vom Gesangsverein Concordia Reichenbach hat die Hexen pünktlich um 18.11 Uhr ins Amtszimmer geschickt, um Bürgermeister Christian Stalf zu holen. Den Rathausschlüssel an sich pressend, zerren ihn die Hexen vors Rathaus. Hier wartet schon der Sitzungspräsident und zahlreiche Waldbronner Närrinnen und Narren auf den Schultes, um ihm die Leviten zu lesen.
Der Präsident hält ihm und der Verwaltung sogleich seine zahlreichen Verfehlungen vor. Und natürlich dreht sich auch in diesem Jahr vieles um das liebe Geld: „In seinem ersten Entwurf zum Haushaltsplan 2026 hat der Kämmerer festgestellt, dass wir verlieren zu viel Geld. Da kann ich nur raten, geh mal im Rathaus suchen und das ganz fix Getreu dem Motto, s’Haus verliert nix.“ Gerettet habe den Haushalt, so der Sitzungspräsident, das Sondervermögen Infrastruktur des Bundes. Er sei jedenfalls gespannt, ob die 7,8 Millionen auch kommen: „Doch dann was damit machen, überlegt wird in Verwaltung u. Gemeinderat. Wahrscheinlich wird dafür erst mal ein Gutachten beauftragt eine Beratungsfirma wird natürlich auch noch gebraucht dazu. Und schon ist die Hälfte weg im nu, Herr Bürgermeister, ich glaub darin sind mir uns im klare, auch an dieser Stelle könnte mir spare.“ Großes Thema schon seit Jahren, der Faschingsumzug und die Festhalle: Ich sags ganz laut, ihr werdet es versteh`n: Der Waldbronner Fastnachtsumzug und die Festhall‘ darf nicht untergehn. Wir sind im Gespräch und das ist wichtig. Doch mit einer Prognose bin ich vorsichtig“.
Und Bürgermeister Christian Stalf? Der hält kräftig dagegen: „Ihr sagt, im Rathaus herrsch Chaos pur,
der Haushalt tanzt ’ne wilde Tour, mal Minus hier, mal Plus dort drüben, der Kämmerer tut seinen Job sehr gewissenhaft ausüben. Er mahnt und warnt bei Tag und Nacht, damit unser Konto nicht ins Minus kracht und wenn sich‘s Geld davonmacht, still und leis, dann ruft er ständig, `Sparen um jeden Preis!`“ Natürlich gibt es auch, ganz aktuell eine Replik zum Thema Umzug und Festhalle: „Fastnachtsumzug, Festhalle – ja, die Themen sind mir wirklich nah. Eins verspreche ich euch hier: Ich will Lösungen – und die finden wir. Festhalle und Fastnachtsumzug die bleiben hier im Ort. Darauf gebe ich Euch mein Wort. Wir schaffen das zusammen mit Herzblut und Fleiß. Hier gilt nicht -- Sparen um jeden Preis!
Aber natürlich spart der Bürgermeister auch nicht beim Lob für die Vereine. Denn: „Ihr stemmt die Feste, Jahr für Jahr, ehrenamtlich – und das ist wahr: Drum sag ich heute, frei und rund, nicht nur aus Pflicht, sondern auch aus gutem Grund: Wir brauchen euch – mehr als ihr denkt, weil ihr dem Ort die Seele schenkt.“.
Und dann, nach einigem Hin-und-Her-Gerangel, wechselt der Rathausschlüssel doch noch seinen Besitzer, Sitzungspräsident Waible wird Interimsbürgermeister und die Narren ziehen mit viel Getöse und Radau in ihren neuen Amtssitz. Hier geht die Party bis in die Abendstunden. Ein großes Dankeschön geht an alle beteiligten Vereine und insbesondere an die Lyra Fetzer, die im Rathaus und an die Marching Band, die vor dem Rathaus für super Stimmung sorgten.
