Aus dem Gemeinderat
Sitzung vom 17.06.2026
Grünes Licht für Beitritt zur Tourismus GmbH
Der Gemeinderat Waldbronn hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Beitritt der Gemeinde zur „Tourismus GmbH Nordschwarzwald“ zum 1. Januar 2027 beschlossen.
Bürgermeister Christian Stalf hob hervor, dass es bei dem Zusammenschluss nicht nur um Tourismus, sondern auch um Wirtschaftsförderung gehe: „Der heimische Tourismus, die Gastronomie und Hotellerie werden gestärkt und Arbeitsplätze vor Ort gesichert“, so Stalf. Waldbronn sei zudem die erste Albtal-Gemeinde, die einen entsprechenden Beschluss fasse, welches ein wichtiges Signal an die übrigen Kommunen sei.
Die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der bisherigen Organisationen, Sandra Lahm (Albtal Plus) und René Skiba (Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald), erläuterten, dass es sich nicht um eine Neugründung, sondern um die Erweiterung der bestehenden Tourismus GmbH um weitere kommunale Gesellschafter handelt. Ein gemeinsamer Start ist zum 1. Januar 2027 geplant. Die Gesellschaft mit Sitz in Bad Liebenzell soll unter dem Namen „Der Nordschwarzwald – Tourismus GmbH Nordschwarzwald“ mit zunächst sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten. Waldbronn beteiligt sich mit einem Geschäftsanteil von 15.000 Euro und entsendet eine Person in die Gesellschafterversammlung und den Aufsichtsrat. Zu den Kernaufgaben der neuen Gesellschaft zählen das Marketing für die Gesamtregion, Strategie- und Markenführung, Zielgruppenarbeit, Angebots- und Infrastrukturentwicklung, Qualitätsoffensiven sowie intensive Netzwerkarbeit. Ziel ist es, aus zwei bisherigen Organisationen eine „schlagkräftige Einheit“ zu formen, die Qualität zu steigern und die Identifikation mit der Region zu erhöhen. Für Waldbronn sollen insbesondere die Stärken als Kur- und Erholungsort mit Wellness-, Thermen- und Genussangeboten noch deutlicher herausgestellt werden.
Die Fraktionen im Gemeinderat begrüßten den eingeschlagenen Weg einhellig. Die Gemeinderäte betonten den Mehrwert für den Kurort Waldbronn, die Bedeutung für Wirtschaftsförderung und Arbeitsplatzsicherung sowie die Chance, das Profil als „Ort mit Heilquellenkurbetrieb“ im starken Markenverbund „Nordschwarzwald“ weiter zu schärfen.
Lebendige Ortsmitte Waldbronn: Ergebnisse der Qualitätserfassung vorgestellt
Die Gemeinde Waldbronn hat erfolgreich an der landesweiten Qualitätserfassung „Lebendige Ortsmitten“ teilgenommen. Einzelne Handlungsempfehlungen sollen nun auch mit Blick auf die finanzielle Umsetzbarkeit priorisiert werden.
In Zusammenarbeit mit der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sowie den Planungsbüros Planersocietät Frehn Steinberg Partner GmbH und Pesch Partner Architektur Stadtplanung GmbH wurde die neue Ortsmitte im Bereich der Talstraße zwischen Bergstraße und Aldikreisel untersucht. Alexander Riss von der Planersocietät stellte die Ergebnisse im Gemeinderat vor.
Bürgermeister Christian Stalf hob zunächst die insgesamt positive Wahrnehmung der Nahverdichtung in der Talstraße hervor und betonte, dass die neue Ortsmitte als gelungen gelte, gleichwohl aber weiteres Potenzial zur Steigerung der Aufenthaltsqualität bestehe.
Im Ergebnisdossier werden unter anderem fehlende barrierefreie Querungen und Zugänge zu öffentlichen Gebäuden sowie unzureichende Radabstellanlagen als Mängel benannt, so Planer Riss. Positiv hervorgehoben werden vorhandene Sitzgelegenheiten. Als konkrete Handlungsimpulse empfiehlt das Gutachten insbesondere die Verbesserung der Sichtbeziehungen an Querungsstellen (z.B. durch den Wegfall einzelner Parkplätze oder Sperrflächen bzw. den Einsatz von Baken), den Ausbau geeigneter Fahrradabstellmöglichkeiten sowie die Aufwertung der Grünfläche an der Talstraße durch Spiel- und Sportangebote, zusätzliche Sitzgelegenheiten und klimanangepasste Bepflanzung. Fachbereichsleiter Reinhold Bayer betonte, dass das Gutachten eine wichtige Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln darstelle und verwies auf bereits berücksichtigte Maßnahmen wie eine Querungshilfe im Haushalt sowie einen anstehenden Termin mit dem Büro „Parkraumcheck“ zur Verbesserung der Sichtbeziehungen.
Im Gremium wurde die Teilnahme an der Qualitätserfassung und der externe Blick auf die Ortsmitte durchweg positiv bewertet.
Waldbronner Freibad: Gemeinde bewirbt sich um Millionen-Förderung des Bundes
Die Gemeinde möchte ihr Freibad langfristig erhalten und modernisieren – und bewirbt sich dafür um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“. Das hat das Gremium einstimmig beschlossen.
Bundesweit stehen für das Programm 250 Millionen Euro zur Verfügung. Für Waldbronn bietet sich hiermit die Chance auf eine Förderung von 54 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, bei einer Haushaltsnotlage sogar bis zu 75 Prozent, erläuterte Fachgebietsleiter Jürgen Hemberger. Bürgermeister Christian Stalf betonte, wie wichtig der Erhalt des Freibades insbesondere für Kinder, Jugendliche und das soziale Miteinander in Waldbronn ist. Die Bewerbung sei ein klares politisches Signal: „Wir wollen unser Freibad perspektivisch erhalten“, so Stalf.
In der Projektskizze der Gemeinde sind unter anderem folgende Maßnahmen vorgesehen: Modernisierung des Kinderbereichs, die Erneuerung des Eingangs- und Funktionsgebäudes, klimafreundliche Energieversorgung, insbesondere durch erneuerbare Energien, Verbesserung der Barrierefreiheit und Inklusion. Die grob geschätzten Gesamtkosten liegen bei knapp 3 Millionen Euro brutto.
Aus dem Gemeinderat kam breite Unterstützung. Jürgen Kußmann (CDU) begrüßte das Vorgehen ausdrücklich. Nach Rücksprache mit dem zuständigen Bundestagsabgeordneten sei das Programm derzeit noch nicht überzeichnet – die Chancen stünden also gut. Er erinnerte daran, dass viele Bädersanierungen lange aufgeschoben wurden und das Programm nun eine „große Chance“ biete, insbesondere mit einer Förderquote von bis zu 75 % für Notlagengemeinden. Peter Radgen (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, im Antrag verstärkt zu betonen, dass Waldbronn den Anteil erneuerbarer Energien deutlich ausbauen möchte – möglichst bis hin zu einer sehr hohen, idealerweise nahezu vollständigen Abdeckung. Michael Kiefer (Aktive Bürger) lobte den eingeschlagenen Weg und betonte, dass andere Kommunen ihre Freibäder teilweise schließen müssten, während Waldbronn aktiv um deren Erhalt kämpft. Er unterstrich die Bedeutung des Freibads für die DLRG sowie als wichtiger Freizeit- und Erholungsraum – auch im Sinne von Klima- und Frischluftzone.
Kurparkfest wieder mit Feuerwerk
Der Gemeinderat hat den Bericht der Verwaltung zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppen für die Planung des Kurparkfestes 2026 zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig beschloss das Gremium, dass wieder ein Feuerwerk mit Sponsorengeldern durchgeführt werden soll. Ein weiterer Antrag, für ein Abendhighlight keine überplanmäßigen Haushaltsmittel bereitzustellen, wurde mehrheitlich abgelehnt.
In den vergangenen Monaten haben sich die Arbeitsgruppen Sponsoring, Markt der Möglichkeiten, Rahmenprogramm und Stände intensiv mit der Weiterentwicklung des Kurparkfestes beschäftigt. Bürgermeister Christian Stalf stellte die Ergebnisse im Gemeinderat vor und bedankte sich für die gute, konstruktive Zusammenarbeit.
So konnten im Bereich Sponsoring bereits erste Erfolge erzielt werden. Die Ansprache potenzieller Unterstützer wurde ausgeweitet und mit der Firma Polytec konnte ein Hauptsponsor für die Waldbronner Woche und das Kurparkfest gewonnen werden. Darüber hinaus liegen weitere Sponsoringzusagen vor. Auch die Waldbronner Selbstständigen prüfen eine finanzielle Beteiligung an einem besonderen Sommer-Highlight bzw. Feuerwerk. Der „Markt der Möglichkeiten“ soll am Familientag am 6. September 2026 stattfinden. Vereine, Initiativen, regionale Anbieter sowie Akteure aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz, aber auch Kunsthandwerker sollen sich dort präsentieren können.
Für das Rahmenprogramm ist ein abwechslungsreiches Angebot für alle Altersgruppen vorgesehen. Geplant sind unter anderem ein Kinderlauf, der Kurparklauf, der Fassanstich, musikalische Darbietungen sowie Auftritte regional bekannter Bands. Auch die Anordnung der Stände wird derzeit überarbeitet, um die verschiedenen Angebote besser miteinander zu verbinden und die Attraktivität des Festgeländes weiter zu steigern. Eine finale Standanordnung liegt allerdings noch nicht vor; die Verwaltung befindet sich in Gesprächen mit Standbetreibenden über mögliche Anpassungen.
Zudem wurde ein Antrag der CDU-Fraktion beraten. Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich, am Samstagabend des Kurparkfestes 2026 ein Feuerwerk mit einem Kostenrahmen von maximal 10.000 Euro durchzuführen, das überwiegend durch Sponsoren finanziert werden soll. Die Verwaltung soll hierfür einen geeigneten Anbieter zu finden. Für den Fall einer wetter- oder trockenheitsbedingten Absage soll eine alternative Show, beispielsweise eine Laser- oder Lichtshow, angeboten werden können. Ein weiterer Antrag, für ein Abendhighlight keine überplanmäßigen Haushaltsmittel bereitzustellen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Rund 78 000 Euro fallen für die Kosten des Kurparkfestes an, so Fachbereichsleiter Reinhold Bayer. Hinzu kämen aber noch rund 154 000 für innere Verrechnungen, etwa Leistungen des Bauhofs.
Ein neuer Heizkessel für die Albert-Schweitzer-Schule
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, eine neue Gebäudetechnik in der Albert-Schweitzer-Schule zu installieren. Für beide Maßnahmen (Heizkessel und RLT-Anlage) werden überplanmäßiger Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 108.993,89 Euro zur Verfügung gestellt. Darin enthalten ist ein Sicherheitspuffer von 5.000 Euro für mögliche zusätzliche Aufwendungen.
An der Schule sind derzeit zwei Heizkessel installiert. Einer der beiden Kessel aus dem Jahr 1994 ist aufgrund eines technischen Defekts bereits außer Betrieb. Um die zuverlässige Wärmeversorgung der Schule sowie der angeschlossenen Horte und Kindergärten auch künftig sicherzustellen, soll dieser durch einen neuen Heizkessel ersetzt werden. Darüber informierte Abteilungsleiter Robin Girrbach.
Im Vorfeld wurden verschiedene technische Möglichkeiten geprüft. Nach Bewertung durch Fachfirmen fiel die Empfehlung auf den Einbau eines neuen Gas-Heizkessels. Diese Lösung kann kurzfristig umgesetzt werden und stellt zugleich die wirtschaftlichste Variante dar. Die gesetzlichen Anforderungen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) und des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) werden dabei eingehalten. Grundlage hierfür ist ein bereits vorliegender Sanierungsfahrplan für das Gebäude. Die Kosten für den Austausch des Heizkessels belaufen sich auf rund 60.000 Euro.
Zusätzlich soll die bestehende raumlufttechnische Anlage (RLT-Anlage) erneuert werden. Die Anlage stammt aus dem Jahr 1960 und entspricht nicht mehr den heutigen technischen und hygienischen Anforderungen. Aufgrund ihres hohen Alters sowie fehlender Ersatzteile ist ein wirtschaftlicher und zuverlässiger Weiterbetrieb nicht mehr möglich. Mit dem Austausch wird die Luftversorgung in den betroffenen Bereichen auf den aktuellen Stand der Technik gebracht und die Betriebssicherheit langfristig gewährleistet.
