Gemeinsam Lösungen für die Bahnhofstraße entwickeln
Anwohnerinnen und Anwohner werden zur Mitwirkung eingeladen
In der Bahnhofstraße wurde im Zeitraum von April bis Anfang Mai 2026 eine mobile Geschwindigkeitsanzeigetafel eingesetzt. Dabei wurden im Durchschnitt 1.122 Fahrzeuge pro Tag erfasst – etwa zur Hälfte in Fahrtrichtung Bahnhof und zur Hälfte in Fahrtrichtung Kirche. Für eine Straße, die nicht als Durchfahrtsstraße eingestuft ist, ist diese Zahl vergleichsweise hoch und macht den Unmut vieler Anwohnerinnen und Anwohner nachvollziehbar.
Die gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeiten lagen mit 22 bis 25 km/h unter der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Die sogenannten V85-Werte – also die Geschwindigkeit, die von 85 % der Fahrzeuge nicht überschritten wird – bewegten sich zwischen 34 und 37 km/h. Diese Werte liegen etwas über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, zeigen insgesamt aber ein überwiegend angepasstes Fahrverhalten.
Unabhängig davon gehen aus der Anwohnerschaft seit längerer Zeit wiederholt Beschwerden über die Verkehrssituation in der Bahnhofstraße ein. Vor diesem Hintergrund wurde die Verkehrspolizei hinzugezogen und die örtliche Situation gemeinsam mit der Verwaltung vor Ort begutachtet.
Im Rahmen dieser Bemühungen wurden vor einigen Monaten sogenannte „Berliner Kissen“ testweise in der Bahnhofstraße angebracht. Nach der Erprobungsphase kam die Verkehrspolizei jedoch zu dem Ergebnis, dass diese Aufpflasterungen mit einem erhöhten Risiko verbunden sind, insbesondere bei Fehlverhalten von Zweiradfahrenden. Im Falle von Unfällen oder Schäden könnten für die Verantwortlichen strafrechtliche Konsequenzen drohen. Aus diesem Grund wurde diese Maßnahme wieder zurückgenommen und nicht als dauerhafte Lösung weiterverfolgt.
Stattdessen wurden andere mögliche Schritte zur weiteren Beruhigung des Verkehrs besprochen, die nun gerne gemeinsam mit Ihnen als Anwohnerinnen und Anwohnern weitergedacht und bewertet werden sollen:
Verbreiterung der bestehenden Parkflächen:
Durch breitere Stellflächen würde sich der für den fließenden Verkehr verfügbare Fahrbahnbereich verengen. Dadurch müssten Fahrzeugführende dem Gegenverkehr mehr Aufmerksamkeit schenken und ihre Geschwindigkeit anpassen.Einführung einer Einbahnstraßenregelung:
Denkbar wäre, die Bahnhofstraße von der Ettlinger Straße aus als Einbahnstraße auszuweisen. Dies könnte das Verkehrsaufkommen reduzieren und zu einer weiteren Entspannung der Verkehrssituation beitragen.
Der Gemeinde ist wichtig, mögliche Veränderungen nicht „über die Köpfe hinweg“, sondern gemeinsam mit Ihnen zu entwickeln. Die vorliegenden Messwerte sind eine wichtige Grundlage – mindestens genauso wichtig ist aber Ihr Alltag vor Ort:
Wo erleben Sie Probleme, wo fühlen Sie sich unsicher, welche Situationen empfinden Sie als besonders belastend, und welche Ideen haben Sie für Verbesserungen?
Auf Basis Ihrer Rückmeldungen wollen wir sachlich prüfen, welche Maßnahmen für die Bahnhofstraße tatsächlich geeignet sind und den größten Nutzen für die Anwohnerschaft bringen. Dabei interessiert uns ausdrücklich auch, inwieweit Sie als Anwohnerinnen und Anwohner bereit wären, für eine spürbare Verbesserung der Verkehrssituation selbst gewisse Umstände in Kauf zu nehmen – zum Beispiel längere Fahrwege oder geänderte Fahrgewohnheiten im Falle einer möglichen Einbahnstraßenregelung.
Ihre Erfahrungen und Ihre Einschätzungen fließen in die weiteren Planungen ein und helfen uns, die Verkehrssituation so zu gestalten, dass sie für alle möglichst verträglich ist.
Die Gemeinde bittet daher alle Anwohnerinnen und Anwohner der Bahnhofstraße herzlich um ihre Einschätzung zu den genannten Vorschlägen – gerne auch mit eigenen Vorschlägen und Hinweisen.
Bitte senden Sie Ihre Rückmeldungen bis zum 10.07.2026
per E-Mail an ordnungsamt@waldbronn.de oderschriftlich an das Ordnungsamt der Gemeinde Waldbronn.
Damit wir sicherstellen können, dass es sich um Rückmeldungen aus der Anwohnerschaft handelt, geben Sie in Ihrer Nachricht bitte Name und Adresse an.
Wir freuen uns darauf, mit Ihnen in den Austausch zu kommen und gemeinsam an möglichen Verbesserungen für die Bahnhofstraße zu arbeiten.